E - Kettwiesel

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • E - Kettwiesel

      E – Kettwiesel



      Beim elektrifizieren des Kettwiesels muss man sich entscheiden, welches Rad angetrieben werden soll, man kann zwischen 3 ½ Möglichkeiten wählen:

      a) das rechte Hinterrad mittels Tretkurbelantrieb - dann kann man die Effizienz durch die Gangschaltung auch noch verbessern. Bei akkurad.com kann man einen Kettenantrieb K25 (250W) und K45 ab 1.798 € kaufen. Der Komplettbausatz beinhaltet alle benötigten Teile Motor, controler, Sensoren ect.

      b) Für den Vorderradantrieb werden diverse Umrüstsätze (eingespeichte Radnabenmotoren 250W mit controler, Li- Ionen- Akku und Bedienungselemente) für etwa 650€ angeboten. Getriebelose Radnaben- Drehstrommotore wiegen zwischen 5,5 – 6,5kg, Getriebemotoren wiegen zwischen 2,5 – 4,5 kg, der Bafang SWXU wiegt nur 1,9 kg.

      c) Für den Antrieb des linken Hinterrades eignet sich der einseitig montierbare Getriebe - Radnabenmotor mit Freilauf von
      http://www.dmg-movement.de/ TYP SYM-36-25GE, Leistung = 250W 36V / 250 U/min.

      d) Man könnte auch einen Radnabenmotor in einem Schubanhänger installieren. Motor + controler bringen ein Zusatzgewicht von 3 – 7 kg, der Akku wiegt je nach Preislage und Typ zwischen 1,5 – 15 kg. Rechnet man das Gewicht des Anhängers hinzu, reichen 250W Schubleistung vielleicht aus, um den Anhänger zu bewegen, für den müden Kettwieselfahrer bleibt nicht mehr viel übrig.

      Vor wenigen Wochen habe ich bei eBay einen neuen 16“ Felgenmotor, bereift + controler + 6Ah Li- Ionen- Akku sehr günstig ersteigert und in mein Kettwiesel eingebaut. Von der Optik her ist der Austausch des 20“ Vorderrades gegen ein 16“ gewöhnungsbedürftig.

      Mein Felgenmotor ist ein 250W 24V Drehstrommotor ohne Getriebe. An den controler wird neben dem Motor ein Gasdrehgriff und ein Schalter für die Bremse angeschlossen. Im Leerlauf dreht der Felgenmotor 340 U/min und nimmt 1A auf. Mit Vollgas beschleunigt der Motor, ein mit 90 kg Nutzlast beladenes Kettwiesel, auf ebener Strecke in 15 Sekunden ohne Mittreten auf 23,5 km/h, Stromaufnahme = 20A, die Batteriespannung sinkt von 28,4V auf 25,5V. Ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht, steigt die Spannung auf 28,4V. Stromentnahme ohne Mittreten: 22 km/h = 12A, 18 km/h = 8 A, 12 km/h = 5A, wird mitgetreten geht die Stromentnahme um 50 – 90% zurück, abhängig von der Tretleistung.

      Für Li- Ionen- Akkus werden typabhängig 500-4000 Ladezyklen angegeben, - wenn sie maximal mit 0,2 C (Kapazität) belastet werden. Für meinen 5Ah - Akku ist also der zulässige Entnahmestrom = 0,2 x 5Ah = 1A. Eine um das 10 - 20fache höhere Stromentnahme wird gewaltig an der Lebenserwartung des Akkus nagen.

      Ein 250W E- Kettwiesel ist kein Elektromobil. Leistung = Spannung x Strom. Also 250W : 28V = 8,9AMein Akku hat eine Kapazität von 6Ah, also 6 Ah : 8,9A = 36 Minuten Vollgas = 14 km als Elektromobil, dann ist der Akku leer und man muss wieder Treten, mehr als vorher, denn der getriebelose Felgenmotor ohne Freilauf dreht schwerer als das Original Kettwiesel – Vorderrad.

      Mit der ersten Akkuladung bin ich auf ebener Strecke 35 km gefahren, sehr oft mit Vollgas, und Geschwindigkeiten < 25 km/h, mal mehr, mal weniger Mittreten, auch längere Abschnitte mit Vollgas ohne Mittreten. Plötzlich keine Leistung mehr, angehalten und Akkuspannung gemessen, die Anzeige schwankte zwischen 5 V und 15 V und stabilisierte sich nach 2 Minuten auf 25,2 V (Tiefentladung = 17,5 V).

      Zweite Akkuladung: Kettwiesel durch treten auf eine Geschwindigkeit von 16 km/h beschleunigt, Motor zugeschaltet und so viel Gas gegeben dass der Motor 16 km/h ohne Mittreten halten kann. Vom 5ten auf den 7ten Gang geschaltet und mitgetreten. Stromaufnahme 2 – 3 A, Fahrgefühl wie Rückenwind, Geschwindigkeit 18 – 20 km/h. Nach 45 km auf ebener Strecke war die Akku- Spannung auf 25,2V abgefallen, - abschalten.

      Der Umbau hat sich gelohnt: wenn die Kondition einmal nachlässt, oder die Plattenwegbreite geringer ist als die Spurweite des Kettwiesels und man mit einem Rad im Gras fahren muss, kann man entspannt den Motor zuschalten und Gas geben. Auf Strecken > 35 km muss der erste Abschnitt mit einer Gasstellung gefahren werden, die ausreicht um die Rollreibung des Motors zu überwinden, dann hat man für die letzten 25 km, wenn man müde ist, noch genügend Akkuleistung.

      Wie sind Eure Erfahrungen?

      W. Schmidt

      The post was edited 2 times, last by fliegerschmidt ().