Lagerschaden alle 500km

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    • Hallo,

      ich brauche eine Lösung für ein allgemein bekanntes Kettwieselproblem, sonst muss ich mir trotz der erheblichen Investition Alternativen überlegen. Ich brauche das Rad, um im Winter bei Glatteisgefahr auf den Radwegen zur Arbeit zu fahren. Ich habe keine Möglichkeit, das Rad im Keller (passt nicht durch die Tür) zu zerlegen, sondern muss bei Minustemperaturen die Radlager ausbauen. Links geht es noch, aber rechts ist eine echte Schweinerei, die ich in der Wohnung nicht in Angriff nehmen kann. Es muss doch eine Möglichkeit geben, im Herbst neue Lager einzubauen, die dann die 1.500 Winterkilometer halten.

      Das im Herbst von meinem Händler (nach Rückfrage bei Hase) eingebaute Lager machte nach 350km die üblichen Zerlegungsgeräusche. An einem milden Samstag habe ich es dann ausgetauscht. Der Klemmschlitz war getapet um Salzwasser und Dreck abzuhalten.

      Das alte ist links zu sehen. ;)

      [Blocked Image: http://www.wiebecke.gmxhome.de/PHP/bilder/raeder/Kettwiesel_Radlager.jpg]

      Was kann ich tun? (Ausser auf ein zweirad mit Spikes umzusteigen?)

      Hier noch mal mein Repraturprotokoll:

      Kettwiesel ab 2005
      586 km bis Ende 2005
      1100 km neue Radlager links. Defekt war es schon länger, ich habe die Geräusche noch nicht richtig gedeutet.
      1442 km Ende März
      2025 km Kette gewechselt 9 fach 2 Stück + Kettenglieder 50 €
      2355 km 2 facher Platten rechts, Schlauch gewechselt, dann geflickt
      2445 km bis Ende 2006
      2600 km 2 Radlager rechts außen gewechselt. Die alten hatten Risse in den Lagerschalen. Links keine optisch erkennbaren Schäden
      2810 km 2 Radlager links außen gewechselt. Das äussere hatte Risse und machte Geräusche.
      2925 km 60mm BigApple hinten gegen 47mm Marathon getauscht
      2925 km Steuersatz gebrochen, erneuert
      3135 km Ritzelpaket 9-fach, alle Radlager gewechselt. Bremsscheibe links erneuert (hab ich beim montieren verbogen). Schlumpf Getriebe eingebaut.
      3904 km Radlager links aussen getauscht, schon wieder platt gefahren.
      3904 km Bremsbeläge Magura Martha re/li erneuert. Die alten waren bei nach 0,00 mm


      Gruß

      Wilbert
    • Hallo,
      ich sehe gerade, dass die Lager gar keine Dichtung haben (oder sind die zu Veranschaulichkeitszwecken entfernt worden?), da wundert mich es nicht dass die so schnell versagen. Wir verwenden nur gedichtete Kugellager, bei denen die Kugeln hinter einem Kunststoffring verborgen sind. Die sind zwar auch nicht zum Tauchen geeignet, aber zumindest spritzwasserdicht!

      Die linke Seite (also nur ohne Differential), wo die Lager in der Nabe und nicht im Rahmen sitzen, ist eigentlich die problematischere Seite (wie deine Pannenstatistik ja auch zeigt).
      Dort kann sich evt. Wasser und Schmutz in der Nabe Sammeln, sodass die Lager dauernd unter Wasser stehen. Man kann mit Srühwachs oder evt. einem Stopfen in der Nabe dies verhindern.
      Wir haben vereinzelt aber auch schon von Toleranzproblemen der Abstandhülse zwischen den beiden Lagern in der Nabe gehört. Dann werden durch das Festschrauben des Rades die Lager vorgespannt, was die Lebensdauer enorm verkürzt. Wenn das Linke Rad also nicht leicht läuft (und das sicher nicht die Schuld der Bremse ist!) liegt höchstwahrscheinlich so ein Toleranzproblem vor.

      Wir verwenden seit Anfang letzten Jahres außerdem höherwertige Lager.
      Des weiteren muss man sehr darauf achten, dass man die Lager nicht zu arg klemmt auf der rechten Seite. Die Klemmschraube am Rahmen also nur so feste anziehen, dass sich das Rad noch leicht dreht. Und evt. die beiden Wellenscheiben zwischen den äußeren Lagern ersetzten.
      Die Reihenfolge der Antriebseinheit Rechts muss sein: Kassette mit Freilauf - Distanzhülse Kassette - Lager - Welle - Lager - Wellenscheibe aus Alu mit innen drin Wellenscheibe aus Stahl - Lager - Nabe.

      Wenn die Räder wirklich schwer drehen (und das sicher nicht die Schuld der Bremse ist!), kann über den Fachhändler bei uns eine Passscheibe bestellt werden, mit der man das Toleranzproblem beheben kann, denn normal ist das nicht, dass man alle 500km die Lager wechseln muss!

      Viele Grüße
      Dirk van Rijn
    • Moin Wilbert,

      ich benutze das Kettwiesel auch als Winterrad - und habe entsprechende Erfahrungen mit solchen Lagerproblemen; bei mir haben sie aber zwischen 1000 und 4000 km gehalten.

      Etwas Abhilfe könnte folgendes bringen (bzw. hat bei mir gebracht):
      1) nach den Photos scheinst Du offene Lager zu verwenden - besser sind geschlossene (Spezifikation 2RS)
      2) anscheinend hilft es auch, die Achsenden aussen an den Rädern durch Gummistopfen zu verschliessen
      3) Zusätzlich habe ich 3 Dichtungen überall dort eingebaut, wo die Achsen in den Rahmenrohren stecken - also 1 am linken und 2 am rechten Rad (rechtes = Antriebsrad: jeweils links sowie rechts auf der Antriebswelle). Als Dichtungen habe ich von der Größe her passende Abflussstopfen (Baumarkt) verwendet und so weit zugeschnitten, dass sie die Räder beim Drehen nicht behindern, und dann auf die Rahmenrohre gestülpt. (Einigermassen klar beschrieben? Sonst versuche ich es nochmal....)

      Mit allen 3 Maßnahmen habe ich seit Herbst 2006 Ruhe vor defekten Lagern - allerdings hat es seitdem hier auch kaum geschneit.
      - Hier gab's mal einen thread dazu, der ist aber beim Absturz des Hase-Servers wohl umgekommen (?)

      - Will Dir aber zum Schluss auch meine Pannenstatistik nicht vorenthalten:

      30 km (August 2004): werksseitige Klingel defekt (ausgetauscht)
      1000 km: i.g. 3 Reifenpannen (Conti top touring 2000)
      1750 km (5 Monate): i.g. 7 Platten (jeweils hinten)
      1800 km: hinten 2 neue Schwalbe Marathon Plus [Conti: 1800 km gehalten]
      ca. 1900 km: Bremsbelagwechsel [1900 km gehalten]
      ca. 2000 km: Einbau Schlumpf Mountain drive; zusätzliches Kettenschutzrohr unten; Kette und Ritzel gewechselt [2000 km gehalten]
      ca. 2500 km: Austausch aller 4 Kugellager hinten (1 davon defekt - Garantieleistung) [2500 km gehalten]
      2900 km: 8. Platten, diesmal am Vorderrad (noch Conti-Erstausstattung).
      3000 km: Schutzblechbefestigungen hinten ausgerissen, ersetzt durch längere Metall-Schutzbleche
      3500 km: Lenkung nicht mehr verkehrssicher (Kombination aus Lenkungsspiel durch eingefressene Lenkstange und ausgeschlagenes Steuerlager bzw. Steuerlagersitz vorn)
      3800 km: Neuer Vorderreifen (Conti->Schwalbe Big Apple 50“) vorn (alter morsch)
      3800 km: Steuerlager ersetzt (Steuerlagersitz war zerbrochen); Lenkstange durch Teleskopstange ersetzt (von Lepus/Tagun)
      3800 km (Juni 2005): Schaltwerk defekt (auf Boden aufgesetzt); zusätzlicher Anbau Schutzbügel
      4000 km (August 2005): Hinterreifen einseitig abgefahren, vertauscht.
      5500 km (Dez. 2005): 2 Kugellager 6002 2RS am Antriebsrad ausgetauscht [3000 km gehalten], Schaltungszug gewechselt, Bremsbeläge erneuert [3600 km gehalten??].
      6000 km (1.2.2006): Tektro-Bremsen gegen hydraulische Magura Julie ausgetauscht.
      6200 km (15.2.06): Neue Kette, neues Kettenschutzrohr oben [4200 km gehalten]
      ~6400 km (27.2.06): 1 Kugellager 6002 2RS außen rechts am Antriebsrad ausgetauscht (zum 3. Mal...) [900 km gehalten]
      6600 km: Beide Kugellager links (Mitlaufrad) hinüber [4100 km gehalten]; ausgetauscht
      6700 km (April 2006): linker Achsschenkel (Mitlaufradhalter) gebrochen (bzw. Verschweißung gelöst); durch Neuteil ersetzt; Austausch Bremsbelag links [700 km gehalten]
      6700 km: Schwalbe Big Apple 60 aufgezogen (Hinterräder)
      ~7550 km (13. Juni 2006): Sitzgestänge links angebrochen
      7680 km (20.6.2006): Rahmen am linken Hinterrad gebrochen => Werkserneuerung (Garantie): Hinterer Rahmen; Sitzgestänge; Schaltwerk; Sitz-/Lenkerhalterung; Kettenschutzrohr oben
      8200 km: Schutzbleche P65 montiert + Innenschutzbleche (Meuffl); Gummi-Achsdichtungen zum Schutz der Kugellager (beide „Radkappen“, Mitlaufradachse, Antriebswelle links–rechts nicht, da Welle am Rad festgebacken)
      8300 km: Wackelkontakt am SON
      8400 km (20.1.2007): Neue Bremsbeläge hinten rechts (einseitig abgefahren) [720 km gehalten]; SON ans Werk eingeschickt, 1 Wo später repariert zurück (Garantie, problemlos)
      ca. 8700 km (7.2.07): Platten hinten rechts (Glasscherbe)
      8830 (19.2.07): Neue Bremsbeläge hinten links (jetzt: Typ 4.2 „endurance“), alte komplett abgefahren [1150 km gehalten]
      ca. 9050 km (1. März 2007): Platten hinten links
      9250 km (23.3.07): Neue Kette (SRAM PC 971) [3.000 km gehalten]. Sommerpause bis Ende September
      9700 km (3.11.07): U-Bremse vorn eingebaut; Schaltzug erneuert (Teflon); Bremsbeläge hinten rechts ausgetauscht (einseitig abgefahren) [1300 km gehalten]
      9777 km (10.11.07): Bremsbeläge hinten links ausgetauscht [950 km gehalten]
      10000 km (27.11.07): –
      10058 km (9.12.07): Bremsbelag hinten rechts einseitig abgefahren (innere Seite); nur diesen Belag durch gebrauchten ausgetauscht [360 km gehalten]
      10200 km (Mitt Dez. 07): Freilauf hakt

      Gute Fahrt
      Peter
    • Hallo,

      danke für die Antworten.

      Dirk van Rijn wrote:

      ich sehe gerade, dass die Lager gar keine Dichtung haben (oder sind die zu Veranschaulichkeitszwecken entfernt worden?),

      die Lager sind/waren gedichtet (die ersten Ersatzlager sind über Hase bezogen worden.). Die Verformung der Lagerschalen hat die Kunststoffabdeckung verformt, die habe ich lose im Achsrohr gefunden. Das neue Lager ist ungedichtet, ich hatte kein anderes zur Verfügung.


      Dirk van Rijn wrote:

      Dort kann sich evt. Wasser und Schmutz in der Nabe Sammeln, sodass die Lager dauernd unter Wasser stehen. Man kann mit Srühwachs oder evt. einem Stopfen in der Nabe dies verhindern.

      Wasser und Schmutz waren nicht das Problem. Das gesamte Achsrohr war mit Fett gefüllt, und das Fett war noch recht sauber.

      Dirk van Rijn wrote:

      Wir haben vereinzelt aber auch schon von Toleranzproblemen der Abstandhülse zwischen den beiden Lagern in der Nabe gehört. Dann werden durch das Festschrauben des Rades die Lager vorgespannt, was die Lebensdauer enorm verkürzt. Wenn das Linke Rad also nicht leicht läuft (und das sicher nicht die Schuld der Bremse ist!) liegt höchstwahrscheinlich so ein Toleranzproblem vor.

      Das werde ich überprüfen und auch an meinen Händler weitermelden.

      Dirk van Rijn wrote:

      Wir verwenden seit Anfang letzten Jahres außerdem höherwertige Lager.

      Die hätte ich gern. Warum wird bei Händlernachfrage nicht darauf hingewiesen. Dann hätten die doch bestellt werden können, oder?


      Gruß

      Wilbert
    • Hallo zusammen

      momentan überlegen wir welches Liegerad wir und kaufen.
      zur Wahl steht das Kettwiesel oder Scorpion fx. Momentan sammele ich viele Informationen auch zu Thema Lagerschaden am Kettwiesel.
      Beruflich habe ich mit Kugellagern zu tun.
      Die meisten Lagerschäden am Kettwiesel haben mit der Abdichtung und der Klemmung zu tun.
      Leider sind die verwendeten Lager 6002-2Z für diese Anwendung nicht die beste Lösung. Um die alle Kräfte des Hinterrades voll auf zu nehmen wäre das Lager 7202 BECBP ( Schrägkugellager ) das richtige. Leider passt es vom Außendurchmesser ( 35mm ) nicht in das Achsrohr. Auch gehören vor jedem Lager anständige Dichtringe. Viele kennen die Dichtringe unter der bezeichnung Simmerringe-Ringe.
      Es bleibt vielleicht noch eine Möglich´keit, bei der Firma INA ( Kugel und Rollenlager Hersteller ) nach zu fragen ob es ein Lager gibt was die Kräfte von zwei 6002-"Z aufnehmen kann, aber im Durchmesser kleiner ist.
      Wenn ja, könne man eine Büchse ( wie eine Patrone ) drehen in der das neue lager mit Dichtringe eingesetzt wird. Diese Büchse wird dann komplett mit dem Lager in das Achsrohr gesetzt.
      Ich werde versuchen von er Firma INA die notwendigen Informationen zu bekommen und melde mich wieder.

      Frage an Dirk van Rijn
      Was sind hochwertiger Lager ?
      Verwendet Hase keine Lager von SKF oder FAG ?

      Viele Grüße
      Gerold
    • Hallo Wilbert,

      das ich ja noch nicht weiß was ich mir Kaufe ( Kettwiesel oder Scorpion fx ) möchte ich mal auf diese weise erfahren wie der Fahrkomfort mit dem Kettwiesel auf verschieden Untergründen ist, wie z. B. Schotterweg, Kopfsteinpflaster.
      Ich selbst bin das Kettwiesel nur auf einen Innenhof der neu Gepflastert war gefahren.
      Hat jemand auch schon größere Touren von 50 - 100 Km an einem Tag gefahren ?

      Viele Grüße
      Gerold
    • liegeradfreund wrote:

      Hallo Wilbert,

      das ich ja noch nicht weiß was ich mir Kaufe ( Kettwiesel oder Scorpion fx ) möchte ich mal auf diese weise erfahren wie der Fahrkomfort mit dem Kettwiesel auf verschieden Untergründen ist, wie z. B. Schotterweg, Kopfsteinpflaster.
      Ich selbst bin das Kettwiesel nur auf einen Innenhof der neu Gepflastert war gefahren.
      Hat jemand auch schon größere Touren von 50 - 100 Km an einem Tag gefahren ?

      Viele Grüße
      Gerold

      Hallo,

      ich fahre mein Kettwiesel im Winter auf dem Arbeitsweg. Dabei halte ich mich auf Straßen und Radwegen. Ich könnte auch eine Strecke über gute Waldwege nehmen, aber je weicher der Untergrund, desto mehr macht sich der Rollwiederstand der drei Reifen bemerkbar. Es geht deutlich schwerer vorwärts als mit den Zweirad. Außerdem kann man Löchern nicht ausweichen, ein Rad erwischt es immer, so dass die Wege unebener erscheinen, als aus der Zweirad Perspektive.
      Diese Aussagen gelten für alle Dreiräder. Die sind im Gelände systembedingt deutlich im Nachteil. Ausserdem gibt es manchmal Hindernisse (Schlagbäume, Absperrungen,...), die man mit dem Zweirad locker umfahren kann, mit dem Dreirad ist absteigen und irgendwie drum/drunter her schieben oder gar Tragen angesagt, was deutlich schwerer bis unmöglich ist, je nach Hinderniss und Fahrergröße/Fittness.

      Beim Kettwiesel kommt hinzu, dass ich bei jedem Schlagloch an die Folgen für die Radlager denke. Die ständigen Erschütterungen auf einem geschotterten Weg stelle ich mir da nicht gerade hilfreich vor. Vor den Fahreigenschaften würde das Kettwiesel auch da (bergab) eine schnellere Gangart erlauben (niedriger Schwerpunkt), aber das Materail würde schon extrem leiden.

      Größere Touren habe ich noch nicht gemacht. Sie würden im Schnitt langsamer ausfallen, als beim Zweirad, aber auch in deutlich entspannterer Haltung und mit schönen Blick für die Landschaft. Meine Fahrtstrecke zur Arbeit beträgt je nach Variante 35 bis 50km für eine Strecke mit gesamt 850 Höhenmetern, von da her hätte ich ja schon ein Tagespensum, das Deinem geplanten Tourumfang entspricht.

      Gruß

      Wilbert