Erfahrungen mit dem evo steps als Tandem

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    • Erfahrungen mit dem evo steps als Tandem

      Vor etwa drei Jahren hatten meine Frau und ich erstmals zwei Kettwiesel mit Kettenschaltung gekauft, die wir als Tandem nutzten. Auch wenn wir insgesamt gute Erfahrungen machen konnten, haben wir uns vor einigen Wochen zum Kauf zweier Kettwiesel evo mit steps-Motoren entschieden. Gründe für diese Entscheidung waren zum einen, so eine größere Reichweite zu haben und auf diese Weise den bisweilen nervigen Transport mit der Deutschen Bahn möglichst zu vermeiden. Zum anderen waren wir mit der sehr geringen Bodenfreiheit unzufrieden. Auf Feldwegen konnte es leicht geschehen, dass das Tandem aufsetzte oder Gras in die Kette geriet.

      Trotz des beachtlichen Anschaffungspreises haben wir den Kauf der neuen Kettwiesel nicht bereut. Das Fahren macht deutlich mehr Spaß, und es gibt zahlreiche Verbesserungen.

      An dieser Stelle möchte ich für Interessierte die zahlreichen Pluspunkte und die weniger gewichtigen Minuspunkte auflisten, die wir nach ca. 400 km mit den evos gesammelt haben.

      + Das Fahren mit der Motorunterstützung macht richtig Spaß, besonders an Steigungen. Der Motor unterstützt ruckfrei.

      + Beim Anhalten schaltet die Nabenschaltung automatisch in den zweiten Gang. Es ist auch möglich, das Schalten vollständig automatisch erledigen zu lassen. Sehr entspannend!

      + Die von ca. 7 auf ca. 20 cm gewachsene Bodenfreiheit ist ein unschätzbarer Vorteil

      + Mit den Kettenschaltungen der „alten“ Kettwiesel hatten wir immer wieder Probleme. Die Nabenschaltung funktioniert problemlos. Gut ist auch, dass man das Tandem jetzt zum Rangieren rückwärts schieben kann

      + Die Federung ist eine tolle Verbesserung. Schlaglöcher und Unebenheiten werden weitgehend geschluckt. Kopfsteinpflaster bleibt jedoch eine Herausforderung

      + Bei den früheren Kettwiesel hatten wir immer wieder das Problem, dass das angetriebene Hinterrad durchdrehte. Durch das im evo mit steps-Motor verbaute Differential tritt diese Schwierigkeit nicht mehr auf

      + Sehr gute Hydraulikbremsen

      + Die Sitze geben seitlich mehr Halt und sind per Schnellspanner deutlich leichter in der Neigung verstellbar

      + Durch die leicht erhöhte Sitzposition ist das Pedalieren deutlich angenehmer

      + Das Fahrwerk wurde verändert, so dass man nicht mehr direkt an den Hinterrädern sitzt, denn diese sind weiter nach hinten gewandert. Das bedeutet, dass eine aufgeknöpfte Jacke nicht mehr an das Rad gelangt

      + Die Kupplung, in die das zweite Rad eingehängt wird, ist nicht mehr starr montiert. Das bedeutet einen höheren Fahrkomfort

      + Das Licht wird über den Akku mit Strom versorgt. Damit entfällt der Fahrwiderstand. Zudem wirbelten die Seitenläuferdynamos viel Dreck auf

      + Die evos sind einfach zusammenklappbar und so per Auto transportierbar

      + Die Anbringung der 50 l-Tasche an der Rückenlehne ist besser gelöst

      Aber es gibt auch einige kleinere Minuspunkte:

      • Da ist zunächst der Preis von deutlich mehr als 7000 € pro Rad. Das ergibt für das Tandem den Preis eines kleineren Neuwagens
      • - Ausstattungsbedingt ist das evo mit Motor deutlich schwerer als das einfache Kettwiesel
      • - Die Akkus halten nicht so lange, wie wir uns das erhofft hatten. Selbst bei Einstellung „eco“ und nur seltenem Wechsel in die Stufe „normal“ kommt man auch auf ebener Strecke nicht über 80 km hinaus.
      • - Ein grundsätzliches Problem ist bei allen Kettwiesel, dass wegen der tiefen Sitzposition bereits kleinere Pfützen ausreichen, den Fahrer bis zur Stirn mit Matsch zu verschönern
      • - Für breiter gebaute Personen könnte der ansonsten gute Sitz ein wenig zu schmal sein
      • - Trotz Verwendung eines luftdurchlässigen Gewebes besteht durch die Bauweise bedingt die Tendenz zu verschwitztem Rücken
      • - Nicht nachvollziehbar ist für uns, dass es das sehr sinnvolle Differential nur bei der motorisierten Variante gibt
      • - Wegen der flexibel angebrachten Kupplung braucht man zwei Personen zum Einhängen des hinteren Rades
      • - Bei höherem Tempo hätte ich mir manchmal einen zusätzlichen hohen Gang gewünscht
      • - Wegen der weiter hinten liegenden Räder muss der hinten sitzende Fahrer bei scharfen Kurven darauf achten, dass sein Fuß nicht eingeklemmt wird
      • - Erst nach dem Kauf mussten wir feststellen, dass die evos keine Schwalbe Marathon plus-Bereifung, sondern nur die einfachen Schwalbe Marathonmitbringen. Angesichts des Preises hätten wir an dieser Stelle die bessere Bereifung erwartet
      • - Bereits nach 300 km hatte sich die Befestigungsschraube an einem Display gelöst
      • - Unsere bereits vorhandenen Low-Rider-Taschen lassen sich nicht mit der Federgabel kombinieren, so dass wir diese beim vorderen Rad durch eine Starre Gabel ersetzen lassen mussten. Dies ist jedoch für den Fahrkomfort ohne große Bedeutung
      • - Der Motor wird durch einen Sensor am Vorderrad gesteuert. Da dieses Rad bei Tandembetrieb ausgehängt wird, ist in diesem Fall der Motor des zweiten Rads nicht nutzbar. Die Firma Hase war nicht bereit, den Sensor an ein Hinterrad zu verlegen, was damit begründet wurde, dass der hinten Sitzende das gesamte Tandem beim Bremsen des Vordermanns nach vorn schieben würde. Für uns ist jedoch nicht vorstellbar, dass der hintere Fahrer weiter in die Pedale tritt, obwohl der vorn Sitzende bremst.
        • Frage: Hat jemand Erfahrungen mit der Verlegung des Sensors an ein Hinterrad?