Velo Lifestyle, Verkehr & Mobilität

Stell dir vor, es ist Tag des Fahrrads – und keiner fährt hin!

12. Juni 2014

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Europäischer Tag des Fahrrads

Habt ihr es gemerkt? Nein? Kein Wunder, war ja auch kaum was davon zu merken: Am 3. Juni war Europäischer Tag des Fahrrads. Wer abends nicht die Jugendsendung eines deutschen Showmasters verfolgt hat, der sich für keinen TV-Stunt total zu schade ist, hat es wahrscheinlich gar nicht mitbekommen. Er zeigte zu diesem Termin einen kurzen Spot, in dem sämtliche BMX-Biker eines Rennens beim Start zu Fall kamen. Na ja.

Zwar gibt es, mehr oder minder um das Datum herum, in größeren deutschen Städten sogenannte Sternfahrten, die gibt’s aber regional auch am Vatertag, und eine Verbindung zum Europäischen Tag des Fahrrads wird dabei meist nicht hergestellt.

Was soll also dieser Tag? Er wurde 1998 von der Non-Government-Organisation Attac ins Leben gerufen. Richtig, die Gruppe, die nach 2000 als Globalisierungskritiker in aller Munde war. Ums Radfahren haben sie sich seither allerdings kaum mehr gekümmert, und so findet man auf der Internetseite von Attac Deutschland nichts zum Tag des Fahrrads.

Der ADFC bezieht dagegen die von ihm veranstalteten oder mitveranstalteten Sternfahrten meist auf den 5. Juni: Der wurde 1972 von den Vereinten Nationen (UNO) zum Tag der Umwelt erklärt. Sicher auch ein naheliegender Termin zum Fahrradfahren.

Immerhin: Das Statistische Bundesamt gibt zum Europäischen Tag des Fahrrads immer seine statistischen Meldungen zum Thema Fahrrad heraus. In diesem Jahr zum Thema Fahrrad und Mobilität: „30 Prozent der Haushalte in großen Städten setzen allein aufs Rad“ hieß es da. Vor zehn Jahren waren es noch 22 Prozent. Erfreulich.

Dass mit so einer statistischen Meldung der Europäische Tag des Fahrrads gefeiert wird, kann man allerdings nicht gerade sagen. Schade eigentlich.

Andererseits: Wir brauchen kein spezielles Datum, um das Fahrrad zu feiern. Schon gar nicht jetzt im Sommer und in einer Zeit, in der Bike, Tandem und Trike so sehr im Fokus der Aufmerksamkeit stehen. Deshalb: aufhören zu tippen beziehungsweise vor dem Monitor zu kauern und rauf aufs Rad. Und allen sagen, warum wir das machen. Klar: weil es gesund ist, umweltfreundlich, nachhaltig, weil es hilft, den Lebensraum Straße wiederherzustellen, und weil es unglaublich viel Mobilität schenkt. Richtig, das alles auch. Aber eigentlich zählt vor allem eins: weil es einfach richtig geil ist! 

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