Verkehr & Mobilität

Radschnellwege: Die Zukunft für das Fahrrad

4. Mai 2017

2 Kommentare

Radschnellwege sollen die Zukunft sein. Dies hat auch der Bund erkannt und will mehr Geld in den Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur investieren. 25 Millionen werden für den Ausbau der Radschnellwege bereitgestellt.

Verbesserte Infrastruktur soll Verkehrsprobleme verringern

Radschnellwege

Straße für Radfahrer in Freiburg. Foto: Fotolia/azureus70

Zur 200-Jahr-Feier des Fahrrads will der Bund insgesamt 130 Millionen Euro für Fahrradwege ausgeben. Ein Teil davon soll in den Bau von Radschnellwegen fließen.

Einer aktuellen Studie nach, pendeln in Deutschland so viele Menschen wie nie zuvor. Kurzum: etwa 60 Prozent der Erwerbstätigen müssen ihren Wohnort verlassen um zur Arbeit zu gelangen. Dabei nutzen sie zumeist das Auto. Wodurch die Verkehrssituation auf Deutschlands Straßen nicht verbessert wird. Infolgedessen werden fast jährlich neue Stau-Rekorde aufgestellt, womit auch der Weg zur Arbeit mehr Zeit in Anspruch nimmt als nötig. Wer in den Ballungszentren wohnt, kommt als Pendler nicht um den täglichen Stress auf vollen Straßen herum.

Jetzt wird also der Umstieg auf Radschnellwege vorangetrieben. Die „Fahrradautobahnen“ sind weitgehend kreuzungsfrei, kurvenarm und komfortabel ausgebaute Wege. In Zukunft sollen sie ganze Städte miteinander verbinden. Sie sind deutlich breiter angelegt und sollen besser instand gehalten werden als andere Wege. Projekte gibt es in fast allen Bundesländern. Die meisten Pläne für Radschnellwege hat NRW. Aber nahezu in jeder Metropolregion wie Rhein-Main oder Nürnberg sind Projekte für die Bike-Highways vorgesehen. Am weitesten ist der RS1. Der Radschnellweg führt nach Fertigstellung durch das Ruhrgebiet von Duisburg nach Hamm. Aktuell ist ein zehn Kilometer langer Abschnitt von Mülheim an der Ruhr nach Essen befahrbar. Mit der Förderung der Radschnellwege hat die Bundesregierung also erkannt, dass eine bessere Infrastruktur für Radfahrer helfen kann, die Verkehrsprobleme zu verringern.

Millionen für Radschnellwege

Radschnellweg

Unterwegs auf dem RS1 im Campusviertel in Essen. Foto: AGFS/Obenaus

Allerdings gibt es auch Kritik: Eine Sprecherin des ADFC, des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs, nennt den Umfang unterdimensioniert. „Wir bräuchten das Zehnfache!“ Ist das Undankbarkeit? Der Hintergrund: Mit den 25 Millionen Euro kann man etwa 20 Kilometer eines Radschnellwegs bauen. Viel ist das tatsächlich nicht, schließlich soll alleine der RS1 über 100 Kilometer quer durch das Ruhrgebiet führen. Demzufolge wären inklusive der vorhandenen Strecke weniger als ein Drittel der geplanten Strecke fertig. Allerdings ist der RS1 ist nur eines von vielen Radschnellweg-Projekten.

Dabei machen andere Zahlen noch deutlicher, dass die Einsicht des Bundes doch nicht mehr ganz überzeugend wirkt: Ein Kilometer Autobahn kostet in Deutschland im günstigsten Fall sechs Millionen Euro. Je nach Gelände und Bodenbeschaffenheit. Dafür werden im Jahr etwa fünf bis zehn Milliarden Euro für Straßenbau und Erhaltung der Straßen ausgegeben. Dem gegenüber erscheint die Summe für den Ausbau der Zweirad-Infrastruktur wie Kleingeld.

Wandel? In China geht’s schneller!

Dennoch scheint ein Umdenken stattzufinden. Schließlich wird weit mehr als sonst für die Fahrrad-Infrastruktur ausgegeben. Dennoch ist es vorerst nicht mehr als ein Anfang.

Apropos Radschnellwege: Ausgerechnet in China wurde gerade eine Hochstraße rein für Fahrradfahrer fertiggestellt. Auf fast zehn Kilometern Länge hat dieser Radschnellweg in Xiamen elf Abfahrten, ähnlich einer städtischen Hochstraße. Die meisten davon passieren Busstationen, was eine kombinierte Mobilität erleichtert. Nachts ist der Radweg von 30.000 Laternen beleuchtet. Bauzeit: ein halbes Jahr! Man sieht: Wer will, der kann. Vielleicht können wir in naher Zukunft ja auch auf eine bessere Rad-Infrastruktur setzen.

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2 Kommentare

  • Antworten Norbert 7. Mai 2017 at 14:47

    … nur verzichtet China sicherlich auf Beteiligung, Arbeitsschutz etc.

  • Antworten Fahrradträger Michi 30. Mai 2017 at 16:04

    Finde ich eine geniale Idee! Es sollte viel mehr für Fahrradfahrer getan werden, denn ein Radfahrer gehört weder auf die Straße, noch auf den Gehsteig. Entweder wird man selbst durch Autos gefährdet oder man gefährdet die Fußgänger…

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