Technik & Innovation, Verkehr & Mobilität

Power-Helm und Kameras: Wenn Autofahrer für Radler-Sicherheit sorgen

28. Januar 2015

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Jaguar Fahrrad Warnsystem

Autohersteller Volvo hat mit dem Kommunikationsunternehmen Ericsson zusammen ein Warnsystem entwickelt, das Radfahren sicherer machen soll: Es besteht aus einem Internetcomputer im Auto, der Volvo-eigenen Internet-Cloud und dem „intelligenten“ Helm des Radfahrers. Über die Anmeldung der beiden Systemkomponenten in der Volvo-Cloud sind Auto und Radhelm miteinander verbunden. Kommen sich Auto und Radfahrer nun zu nahe – zum Beispiel, wenn sich beide auf eine Kreuzung zu bewegen, strahlt der Helm rotes Blinklicht ins Blickfeld des Radfahrers. Je nach Modelltyp soll das Warnsystem das Fahrrad sogar automatisch abbremsen. Wollen wir hoffen, dass der Fahrer gerade beide Hände am Lenker hat und der Hintermann Abstand hält …

Eine gute Idee aus der Sicht des Bikers? In der City würde dieses System bei hohem Verkehrsaufkommen den Radfahrer wahrscheinlich dauerwarnen und damit wenig sinnvoll sein. Dazu kommt: Die Situation „Radfahrer übersieht Auto“ ist bei Weitem nicht so unfallrelevant, weil viel seltener als der umgekehrte Fall. Eigentlich müsste also der Autofahrer vor dem Radfahrer gewarnt werden. Außerdem müsste absolut sichergestellt sein, dass alle Systemkomponenten tatsächlich immer Empfang haben.

Die Raubkatze wird vorsichtig

Mehr Hilfe für den Radfahrer kann die Entwicklung von Jaguar bringen. Diese richtet sich an den Autofahrer und braucht keine Cloud-Kommunikation: „Bike Sense“ soll über Kameras und Sensoren den Autofahrer warnen, wenn sich von hinten ein Motorrad- oder Radfahrer nähert. Dann soll ein Warnton – beim Herannahen des Radlers passenderweise eine Fahrradklingel – auf Gefahr aufmerksam machen. Das macht das System ganz pfiffig: Geklingelt wird in dem Lautsprecher der Auto-Audioanlage, der in der Richtung liegt, aus der sich der Fahrradfahrer nähert. Das Tote-Winkel-Problem könnte so vielleicht entschärft werden – zunächst aber wohl nur für Biker und Triker, die einen Jaguar oder Range Rover passieren. Und was sich wirklich sympathisch anhört: Will der Autofahrer die Tür öffnen, vibriert der Griff, wenn ein anderer Verkehrsteilnehmer gerade vorbeiwill. Gut, das System ist noch nicht in Serie, aber bemerkenswert ist es doch allemal. Dass der Autofahrer so immer mehr Verantwortung für andere Verkehrsteilnehmer an die Technik abgibt, dürfte damit allerdings auch klar sein. Und wenn die mal nicht funktioniert?

Deutsche Polizei „warnt“ traditionell

Da greifen die Behörden in Deutschland lieber zu gutem altem Lowtech: Die Deutsche Polizeigewerkschaft Berlin forderte kürzlich eine Warnwestenpflicht für Radfahrer. Nach dem Motto: Was brauchen wir im Auto Hightech oder erhöhte Aufmerksamkeit, wenn alle Radler in knallgelber Uniform herumfahren müssen und leuchten wie Martini-Reklamen in Bangkok?

Radler-Lobby, wachse. Bitte schnell!

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