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Norwegen: Wer braucht, der kriegt

2. Juni 2015

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HASE BIKES Krankenkasse

Nirgendwo in Europa werden derzeit so viele HASE BIKES-Räder im Reha-Sektor verkauft wie in Norwegen – vor allem LEPUS, TRIX und KETTWIESEL. Warum ist das so? Es liegt – natürlich neben der Qualität unserer Räder – auch am dortigen Sozial- und Gesundheitssystem. Unser Vertriebsmitarbeiter Thomas Tholen ist oft in Norwegen unterwegs. Und er entwickelt sich so quasi automatisch zum Spezialisten – auch für die Unterschiede zwischen den nationalen Systemen: „Vereinfacht gesagt“, erklärt er: „In Deutschland bekommt ein Fahrrad eine sogenannte Hilfsmittelnummer, wenn es sich als Therapierad für bestimmte Erkrankungen oder Behinderungen eignet – nach sehr aufwendiger Prüfung. Die kann für kleine Unternehmen schon sehr viel Aufwand darstellen.“ Denn nur für Räder mit Hilfsmittelnummer zahlen die Krankenkassen dann Unterstützung bzw. die vollen Kosten. „Aber es braucht noch mehr, damit der Mensch das Rad bezahlt bekommt. Bei Hilfsmitteln für Erwachsene zählt nur das Therapie-Argument. Auch wenn man krankheitsbedingt kein normales Fahrrad fahren kann, wird ein Spezialrad nur dann unterstützt, wenn es nachweislich therapeutischen Effekt hat. Bei Uneinigkeit darüber müssen Patienten oft ihr Recht sogar einklagen.“

Und in Norwegen?

Dort ist das Sozialsystem anders strukturiert; die Krankenkasse ist staatlich. Um die Gelder im sozialen Bereich möglichst effizient auszugeben, werden über Jahre Verträge mit Herstellern geschlossen. Dabei suchen die Zuständigen dort natürlich Unternehmen aus, deren Räder sie überzeugen. Menschen mit Behinderung oder in der Reha bekommen die Bikes oder Trikes dieser Unternehmen dann bezahlt. Und seit vorletztem Jahr sind unsere Trikes und das PINO von HASE BIKES die Hilfsmittel der Wahl in Norwegen. „Interessant ist auch, dass die zuständigen Behörden nur nach der Funktion entscheiden – der Preis der Räder oder sonstiger Hilfsmittel spielt nahezu keine Rolle“, erzählt Thomas.

Natürlich fliegt auch uns der Erfolg nicht zu – „selbst wenn man sehr gute Produkte hat, muss man sie bekannt machen“, erklärt Thomas. Deshalb ist er immer wieder in den skandinavischen Ländern unterwegs, auf Events, Aktionstagen und in den dortigen Hilfsmittelzentren.

Aber unabhängig von unserem Erfolg dort: Interessant zu sehen ist ja, wie fundamental anders die Krankenkassen in Norwegen arbeiten. Dort gehen sie auf die Menschen mit Behinderung zu und motivieren sie, aktiv Sport zu treiben: „Da veranstalten sie zum Beispiel kleine Messen und Aktionstage in ihrer jeweiligen Region, zu denen sie die Patienten, Ärzte und Therapeuten einladen. Dort finden Informationsveranstaltungen zu Gesundheit und Bewegung statt, und Patienten können beispielsweise Reha-Räder ausprobieren. Überzeugt sie ein Hilfsmittel, bekommen sie es auf Kosten der Krankenkasse.“

Hört sich gut an, oder?

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