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Fahrrad auf Hochtouren! Jahresrückblick 2014 im HASE BIKES BLOG

12. Dezember 2014

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Bildquelle: SkyCycle Foster und Partner

 „Kette rechts!“ heißt es im Rennradler-Jargon, wenn’s so richtig Druck auf die Pedale gibt. „Kette rechts!“ gilt auch für das Fahrradjahr 2014: Es ging richtig ab! Für die Branche, für die Fahrradfahrer und die, die es wieder werden wollten.

E-Bike-technisch war es das Jahr der Mittelmotoren: Wer noch keinen im Angebot hatte, brachte einen, wer schon hatte, legte nach. Hase Bikes Kettwiesel KrossBosch brachte ein Update seines erfolgreichen Antriebs, der AEG-Nachfolger Binova trat in den Ring, der Autozulieferer Brose kam mit viel Getöse auf den Markt. Schon im Januar knallte es bereits so richtig, als Shimano aus heiterem Himmel seinen Mittelmotor Steps für Pedelecs vorstellte. Kräftig, aber harmonisch in der Steuerung sorgt der für genau dosierbare Unterstützung und perfektes Zusammenspiel mit allen anderen Komponenten der japanischen Großschmiede – und eine wirklich gelungene Optik, wie man an unseren KETTWIESEL-Modellen mit Option E-Motor sehen kann.

Das war dementsprechend auch eines unserer ganz persönlichen Highlights: die neuen KETTWIESEL-Varianten KROSS und EVO mit Unterstützung. Tauglich für Stock & (Pflaster-)Stein sollte es sein, mit Komfort auf allem, was einem so unter die drei Räder kommt, ohne dass dabei das typische Gokart-Feeling verloren geht. Hat geklappt, sagen die ersten Tester ….

Auch Unternehmen, die vorher Mobilität ohne Körperbewegung propagierten, sind aufs Fahrrad beziehungsweise E-Bike gekommen: Stehrollerhersteller Segway und Rollerurgestein Piaggio wollen das E-Bike aufmischen. „Bitte hinten anstellen“ muss man da wohl sagen. Selbst Ikea ist jetzt mit dabei, erkennbar am Modellnamen Folkvänlig. Allerdings gibt’s das Billig-Bike bislang nur in Österreich, angeblich bekommt man es im Unterschied zu den Möbeln schon zusammengebaut. Sogar Elektronikkonzerne wie Samsung wollen mitfahren: Er stellte ein smartes Fahrrad vor. Das Handy wird in naher Zukunft die Steuerzentrale des Bikes, so der Handymacher. Überhaupt gibt es bereits viele Bereiche, in denen Smartphone und Elektronik zum Herrn über die Pedale werden, von der Einstellung des E-Motors bis hin zum Bike-Zubehör. Da will ein US-Unternehmen ein Fahrradschloss namens Skylock herausbringen, das seinem Besitzer über Handy Bescheid gibt, wenn das angeschlossene Rad bewegt wird. Es kann sogar Hilfe herbeiholen, wenn es über den Bewegungssensor einen Unfall registriert. Smart und ganz ohne die omnipotente Elektronik geben sich Helmhersteller. Beim englischen Traditionshersteller Brooks gibt es für den Citybiker und -Triker nun einen faltbaren Helm; er soll Platz sparen in der Einkaufs- oder Handtasche und so das Anti-Helm-Argument „der ist so groß und schlecht zu verstauen“ entkräften.

Das führt uns unweigerlich zum 2014er-Dauerthema: Helmpflicht. Kaum ein Politiker, der sich nicht darüber mit einem Pro oder Contra profilieren wollte. Krönung des Themas war ein Gerichtsentscheid, nach dem eine am Unfall unschuldige Radfahrerin eine Teilschuld zugesprochen bekam, weil sie keinen Helm trug. Die mit Spannung erwartete Revision, bei der sie der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club ADFC unterstützte, schloss schließlich eine Mitschuld aus – zumindest für diesmal geht Recht vor dem Willen der Autolobby. Eine Kosten-Nutzen-Rechnung erregte zum Frühjahrsauftakt Aufmerksamkeit: Ein Münsteraner Verkehrswissenschaftler hatte berechnet, dass eine Helmpflicht wirtschaftliche, aber auch gesundheitliche Verschlechterungen mit sich bringen würde. Das brachte die Helmpflicht-Diskussion endlich einmal vom Stammtisch weg – da gehört sie sowieso nicht hin.

Die Pro-Rad-Stimmung hat sich nicht nur gefühlt verstärkt: In vielen Städten, wo Radfahrer gezählt werden, gab es schon im Januar und Februar Rekordergebnisse. Die Bundesanstalt für Straßenverkehr brachte im Sommer die Studie „Radpotenziale im Stadtverkehr“ heraus. Ihr Fazit: In allen untersuchten Städten gibt es eine Verschiebung des Individualverkehrs vom Auto zum Fahrrad. Wer es genauer wissen will, erfährt einiges in der Broschüre „Radverkehr in Deutschland“ vom Bundesministerium für Verkehr.

Eine Schnittmenge zwischen dem neuen Drang zum Radfahren und seiner technischen Entwicklung ist das Lastenrad: Es macht es für viele möglich, wirklich im Alltag aufs Auto zu verzichten. Da war unser Timing mit dem Erscheinen des flexiblen PINO PORTER passend gewählt. Schon im Frühjahr gab’s dafür den begehrten Red-Dot-Design-Preis. Wahrscheinlich auch deshalb, weil das PINO mit PORTER BAG als Verwandlungskünstler alles andere hinter sich lässt und nicht nur als Schwertransporter, sondern auch als Eltern-Kind-Taxi, Touren-Tandem, Reha-Rad, … die Hauptrolle bekommt.

Richtung Hauptrolle geht es für die Biker in Zukunft auch in den Großstädten, das zeigen schon so Aufsehen erregende Studien zur Verkehrsplanung wie die des Star-Architekten Norman Foster: Er will die Londoner City mit Radwegen auf Stelzen überziehen. Velopiloten jubilieren, die Autofahrer in der vielleicht zugestautesten Stadt Europas dürften auch nichts dagegen haben, dann sind die Biker endlich weg von „ihren“ Straßen. Etwas spricht aber dagegen: Schon der erste Teil von Skycycle mit sechs Kilometern Länge soll 240 Mio. Euro kosten – 220 Kilometer sollen es werden … Hierzulande bleiben wir bescheidener und freuen uns auf die Radschnellwege. Der erste, der RS1, soll das Ruhrgebiet weitgehend ohne Ampeln und möglichst wenig Kreuzungen wie eine Autobahn von Ost nach West, sprich von Duisburg nach Hamm, durchlaufen – und ist schon so gut wie in Bau. Was die innerstädtischen Radwege betrifft, geht die Evolution langsamer voran, aber auch hier tut sich etwas in Sachen radfahrerfreundlicher Planung. Zum Beispiel werden neue Radwege fast immer auf der Straße geplant, was sich als viel sicherer erwiesen hat als von der Fahrbahn abgetrennte und neben Fußwegen gelegene Radwege. Zu dieser positiven Entwicklung tragen sicher auch die Critical Masses bei, die dieses Jahr extremen Zulauf bekommen haben; in Hamburg wurden im Sommer über 5.000 Mitfahrer gezählt. Allen Bikern kann man da nur zurufen: Durchhalten, der Winter ist schon halb geschafft, und der nächste Frühling kommt bestimmt mit noch mehr Fahrradpower! Von unserer Seite haben wir dafür gesorgt, dass er richtig Spaß machen wird!

 

Relevante Links

Ikea

Samsung

Skylock

Brooks faltbarer Helm

Broschüre „Radverkehr in Deutschland“, Nationaler Radverkehrsplan

Studie Helmpflicht

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