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Übernachtungsmöglichkeiten für Radfahrer: So reisen Rad-Touristen gut und günstig

24. Mai 2016

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Übernachtungsmöglichkeiten für Radfahrer

Vor Kurzem berichtete Stern Online über ein Hotel, das Gästen das Tragen von Radlerhosen verbietet. Die Begründung: Auf den Hosen würden sich zu viele „Beulen und Erhebungen“ des menschlichen Körpers abzeichnen. Der Radler-feindliche Dresscode scheint sich dabei vor allen Dingen an Männer zu richten. Dabei befindet sich das Hotel übrigens in einem eher liberalen Land – es steht in Neuseeland. Zum Glück gibt es ausreichend alternative Übernachtungsmöglichkeiten für Radfahrer.

Übernachtungsmöglichkeiten für Radfahrer: Der Campingplatz

Der Campingplatz ist immer noch eine der beliebtesten Übernachtungsmöglichkeiten für Radreisende.

Günstige Übernachtungs-Alternative: Der Campingplatz

Für uns Biker ist so ein Dresscode vielleicht ein Grund mehr, sich für die Radtour nach Alternativen zu Hotels und Pensionen umzusehen. Der Campingplatz ist für viele Radtouristen auch heute noch die Alternative Nummer eins. Allerdings hat er auch einige Nachteile, vor allem in Sachen Komfort und Standards. Einen echten Preisvorteil bietet er auch nicht immer. Viele Radler scheuen aber vor allem das Zusatzgepäck und -gewicht von Zelt, Schlafsack und Campingausstattung.

Couchsurfing – von Sofa zu Sofa

Die günstigste Alternative zu Hotel und Campingplatz – nämlich kostenlos – ist das Couchsurfing. Der Gedanke dahinter: Privatpersonen bieten Übernachtungsmöglichkeiten an – sei es auf der Couch im Wohnzimmer oder auf der Matratze in der Küche oder im separaten Zimmer – wo auch immer. Charmant ist das Angebot für viele aber vor allem deshalb, weil man „mittendrin“ ist. Statt anonymer Hotel-Atmosphäre bekommt man das authentische Leben in der jeweiligen Stadt oder gar fremden Kultur geboten. Und je nachdem wie man sich mit dem Gastgeber versteht, gibt es Insider-Tipps in Hülle und Fülle und vielleicht sogar einen Stadtführer obendrein. In den westlichen Ländern, vor allem in den Großstädten, ist die Mitgliederdichte bei Couchsurfing mittlerweile sehr hoch, und auch in der Hauptreisezeit findet man oft eine Unterkunft hierüber.

Bei Übernachtungsmöglichkeiten für Radfahrer sollte Fahrradfreundlichkeit dabei sein.

Fahrradfreundlichkeit sollte bei der Übernachtungsmöglichkeit vorhanden sein. Foto: fotolia/ © K.C.

Ob man Couchsurfing liebt oder nicht, ist auch eine Typfrage. Nicht jedem liegt es, sich in privaten Räumen niederzulassen und etwas Privatleben des Gastgebers mitzubekommen. Wer zweifelt, ob diese Beherbergung etwas für ihn ist, sollte es wenigstens einmal ausprobieren.

Über die Online-Plattformen kann und sollte man ein wenig Zeit investieren, um sich schon mal kennenzulernen. Kurzbeschreibungen erleichtern die Entscheidung darüber, ob man sich vorstellen könnte, gut mit dem Gastgeber auszukommen.

Das Internet hilft auch bei weiteren Entscheidungen. Vor- und Nachteile, sowie Tipps zum Couchsurfing gibt zum Beispiel die Seite rooksack. Ganz wichtig ist aber für Radreisende: Klären Sie vorher, ob ein geeigneter Unterstellplatz fürs Rad vorhanden ist. Alternative Plattformen zu Couchsurfing sind übrigens der Hospitality Club oder BeWelcome.

Kostenlos und speziell für Radfahrer: Warmshowers

Eine Alternative speziell für Biker ist daher Warmshowers. Hier geht’s tatsächlich nur um uns Pedalgetriebene. Wer sich als Gastgeber einträgt, muss genau angeben, was er zu bieten hat: Dusche, Waschmaschine, Fahrradunterstand? Außerdem gibt er an, wie weit es bis zum nächsten Fahrradladen, dem nächsten Campingplatz oder Hotel ist. Für den Radtouristen kann das durchaus eine große Hilfe sein.

In Deutschland hat Warmshowers derzeit weit über 5.000 Mitglieder. Ähnlich wie beim Couchsurfen herrscht hier das Prinzip der Gegenseitigkeit, Übernachtungen sind kostenlos, idealerweise tauscht man Erfahrungen und Geschichten aus und gibt Rad- oder Reise-Tipps – so hat jeder etwas davon.

Übernachtungsmöglichkeiten für Radfahrer - das ADFC Qualitätssiegel Bett + Bike

Das ADFC Qualitätssiegel „Bett + Bike“ – Foto: ADFC (Jens Lehmkühler)

Das ADFC-Qualitätssiegel „Bett + Bike“

Speziell auf Radurlauber eingestellt sind die Unterkünfte mit Bett + Bike-Qualitätssiegel des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs ADFC. Sie bieten neben dem sicheren Abstellraum fürs Rad vitaminreiche Radler-Nahrung, die Möglichkeit, Radkarten einzusehen oder zu kaufen, sie stellen Werkzeug für einfache Reparaturen zur Verfügung, bieten eine Möglichkeit, nasse Kleidung zu trocknen etc. Bett + Bike-zertifiziert können Hotels, Pensionen oder auch Campingplätze sein. Mit der entsprechenden Smartphone-App für iPhone und Android-Geräte kann man nicht nur die nächsten Unterkünfte finden, sie navigiert auf Wunsch sogar dorthin.

Airbnb – der Klassiker

Für Reisende, die auf Komfort und trotzdem ein privates Umfeld nicht verzichten wollen: Airbnb. Auch hier müssen sich Gastgeber und Reisende registrieren, kurz, aber möglichst prägnant vorstellen – am besten mit Bild – und können dann Kontakt aufnehmen. Wie bei allen anderen Plattformen gibt es auch bei Airbnb ein Bewertungssystem, welches eine gewisse soziale Kontrolle ermöglicht. Das Angebot ist breit gefächert und reicht vom Ausziehsofa im Wohnzimmer bis hin zum Appartement. Die Preise sind aber – je nach Stadt und Lage – oft nicht mehr allzu weit von Pensionspreisen entfernt. Der Gedanke, privat mitzuwohnen und dadurch das Leben der Menschen vor Ort kennenzulernen, steht hier nicht mehr so sehr im Vordergrund. Auch zu Airbnb gibt es mittlerweile mit Wimdu.de und 9flats.com gute Alternativen.

Friends on Fahrrad

Eine der auch praktischen Übernachtungsmöglichkeiten für Radfahrer, um gut und günstig unterzukommen: Legt eure Reiserouten durch die Städte, in denen eure Freunde – am besten auch Bike- und Trike-Begeisterte wohnen. So verbindet man schließlich das Schöne mit dem Nützlichen.

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1 Kommentar

  • Antworten HASE BIKES Blog macht bis zur Eurobike 2016 Sommerpause! 1. August 2016 at 14:06

    […] ihr einen Fahrrad-Urlaub plant, haben wir noch einige Tipps für euch. Zum Beispiel, wie ihr gute Übernachtungsmöglichkeiten findet und das Fahrrad richtig packt, so dass der Tour oder Rad-Reise nichts mehr im Wege steht. […]

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