Tipps & Tricks

HASE BIKES-Praxistipps: Kurvenfahren und Bremsen auf nassem Untergrund

18. Oktober 2018

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Ihr wollt also auch in der tendenziell feuchten Jahreszeit auf dem Bike mobil bleiben oder sogar weiterhin Touren fahren? Ihr habt aber Respekt vor glatten Straßen und nassem Untergrund? Wenn ihr neben unseren Ausstattungs-Tipps auch die folgenden Fahrtipps beherzigt, kann kaum etwas schiefgehen! Also: Spätestens wenn die Straßen blätterbunt werden, solltet ihr vorsichtiger unterwegs sein! Das gilt fürs Bremsen, Kurvenfahren und selbst beim Beschleunigen – alles braucht etwas mehr Feingefühl.

 

Achtet auf eure Reifen

Fahrradreifen

Fahrradreifen haben unterschiedliche Profile

Im Herbst und Winter sind die Straßen oft nass, schmutzig und schmierig. Auch wenn Nässe allein noch kein Problem für profillose Reifen darstellt – sobald es richtig schmutzig wird, sollten die Pneus zumindest etwas Profil aufweisen. Wer sowieso neue Reifen aufzieht: Etwas mehr Profil schadet jetzt nicht! Solange es keine fetten MTB-Stollen sind, läuft ein profilierter Reifen nur wenig schwerfälliger als ein profilloser. Allerdings sind die günstigsten auch hier selten besonders gut: Technisch gesehen ist der Reifen ein kompliziertes Gebilde, das viele Funktionen wie Leichtlauf, Pannensicherheit, Robustheit und Langlebigkeit erfüllen soll.  Wichtig: Wer sich neue Gummis anschafft, sollte auf gute Pannenschutzeinlagen achten! Nässe macht den Gummi im Winter weicher – Fremdkörper können so leichter eindringen. Ein Grund, warum man bei Regen tendenziell mehr Plattfüße fährt als bei sonnigem Wetter. Noch ein Einstellungs-Tipp: Wer breite Reifen am Zweirad hat (also über 1,5 Zoll oder etwa 3,5 Zentimeter, die Breite steht auf der Reifenflanke), sollte im Winter mit etwas weniger Druck fahren. So hat der Reifen mehr Bodenkontakt und Grip auf schlechtem Untergrund. Aber aufpassen! Nicht unter 2 Bar Druck (diese Grenze hängt natürlich auch vom Gewicht des Fahrers ab)! Sonst kann der Reifen auf schlechtem Untergrund auf die Felge durchschlagen und kaputtgehen. Ihr braucht also eine Luftpumpe mit Manometer für die Luftdruckeinstellung.

 

Vollbremsungen vermeiden

Wer mit Felgenbremsen unterwegs ist, muss bei Nässe mit einem wesentlich längeren Bremsweg rechnen, da die Felgen erst einige Umdrehungen weit „trockengebremst“ werden müssen. Erst wenn die Feuchtigkeit von Felge und Bremsgummis gebremst ist, wird anständig verzögert. Also: früher bremsen, noch vorausschauender fahren! Vermeidet Vollbremsungen und geht sensibel mit dem Bremshebel um, denn sobald Schmutz oder Laub auf der Fahrbahn ist, steigt die Gefahr, dass die Räder beim Bremsen blockieren. Was das Hinterrad angeht, bedeutet das bei Geradeausfahrt einen verlängerten Bremsweg und eine geringere Dosierbarkeit. Punktgenaues Bremsen ist nicht mehr möglich. Schlimmer wird es, wenn man in einer Kurve bremsen muss. Dann rutscht der Reifen beim Blockieren, wir werden aus der Kurve getragen und, vor allem wenn das mit dem Vorderrad passiert, ist ein Sturz fast unvermeidlich. Am besten also nur so schnell fahren, dass man noch Sicherheitsreserven beim Bremsen hat!

 

Kurvenfahren, aber langsam bitte

Am besten schon vor der Kurve abbremsen.

Kurven müssen grundsätzlich langsamer angefahren werden. Das gilt auch aus einem zweiten Grund: Blätter und Nässe können einen regelrechten Schmierfilm bilden, der auf dem Asphalt wie Schmierseife wirkt. Deshalb kann das Vorderrad auch in geringer Kurvenlage ohne zu bremsen deutlich früher als bei trockener oder „nur“ nasser Straße wegrutschen. Vor allem wenn einsehbar oder wahrscheinlich ist, dass in der nächsten Kurve oder Abzweigung mit Laub zu rechnen ist: Pedaldruck runter oder gegebenenfalls frühzeitig bremsen, sodass der Bremsvorgang vor der Kurve schon abgeschlossen ist.

 

Die richtigen Reifen für den Schnee

Schnee ist für Zweiradfahrer heikel: Wer hier auf den Straßen unterwegs sein muss oder will, sollte entweder möglichst breite, grob profilierte Reifen (MTB!) aufziehen oder Pneus mit Spikes. Dann kann es viel Freude machen, durch die weiße Pracht zu rollen. Spikes ermöglichen sogar das Fahren auf vereisten Flächen – wo bei Autos dann schon lange nichts mehr geht, kommt der Spiker auf dem Bike voran. Allerdings ist auch mit Spikereifen auf lockerem Schnee keine Kurvenlage möglich. Heißt: Auf Schnee geht’s grundsätzlich mit Schrittgeschwindigkeit um die Kurve, denn schon leichte Schräglage kann zum Wegrutschen führen.

 

Drittes Rad: eingebaute Sicherheit

Mehr Kippsicherheit auf dem Trike.

Grundsätzlich gilt das alles sowohl für Zweiradfahrer wie für Triker auf dem Kettwiesel, Lepus oder Trigo. Auch Trikes fangen bei hoher Kurvengeschwindigkeit an, zu rutschen. Aber: Man kann das durch intuitives Gegenlenken recht einfach kontrollieren und läuft nicht Gefahr, umzukippen. Denn auf unseren Dreirädern fahrt ihr immer aufrecht durch die Kurve. Wenn dagegen ein Zweirad auf glatter Straße einmal anfängt zu rutschen, ist es dagegen vorbei mit der Kontrolle. Dann kann man vielleicht noch mit dem kurveninneren Bein abfangen, um nicht am Boden zu landen. In der Rechtskurve versucht man also, mit dem rechten Bein einen Sturz abzuwenden. Dafür ist es bei winterlichen Verhältnissen sinnvoll, den Bike-Sattel etwas tiefer zu stellen – so kann man sich schneller und besser abstützen, falls das Rad doch mal rutscht …

 

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