Technik & Innovation

HASE BIKES Anatomie-Ausflug: Wieso Liegedreiräder ergonomische Vorteile haben

8. Februar 2015

4 Kommentare

Ergonomie Liegerad

 

Jeder Radler kennt Poschmerzen nach der Fahrt, mancher auch Handgelenk- und Nackenschmerzen, wenn er länger unterwegs war. Meistens lassen sich diese Probleme mit dem richtigen Material und einer genauen Anpassung minimieren. Falsche Einstellungen am Rad führen aber nicht nur zu Verspannungen und Schmerzen. Die richtige Anpassung ist auch dafür zuständig, dass uns das Pedalieren möglichst wenig Kraft kostet – und dass wir uns auf dem Bike oder Liegedreirad wohlfühlen und Spaß am Radfahren haben. Ergonomie ist das Zauberwort dafür: Sie erklärt, wie die Schnittstelle von Mensch und Maschine beschaffen sein sollte. Dabei kann die „Maschine“ so etwas Einfaches wie ein Obstmesser sein, ein Computerarbeitsplatz – oder eben ein Fahrrad.

 

KETTWIESEL, KROSS, EVO, LEPUS: Liegesitz bringt Fahrspaß

Beim Fahrrad geht’s um die Schnittpunkte Sattel, Lenker und Pedale – und natürlich um die Größe des Rahmens. Dabei hat der Liegeradfahrer mit HASE BIKES-Rädern einige ergonomische Vorteile:

Lenker Ergonomie Liegerad Der Po ist nicht so stark belastet wie beim aufrechten Rad, da sich der Druck durch das eigene Gewicht auf dem (Liege-)Sitz auf eine größere Fläche verteilt als auf dem Fahrradsattel.

– Je nach Sitzneigung wird der Rücken entlastet.

– Mit dem sogenannten Untenlenker – an allen Dreirädern von HASE BIKES – werden auch Nacken, Schultern und Handgelenke entlastet: Die Arme müssen keine Haltearbeit leisten wie am Normalrad. Vor allem auf sportlichen Bikes wie Mountainbikes oder Rennrädern, auf denen man stark nach vorn geneigt sitzt, müssen die Arme einen Teil des Oberkörpergewichts abstützen. Davon können bei längeren Fahrten Nacken- und Schulterschmerzen und Schmerzen an den Handballen entstehen. Abhilfe schaffen die richtige Lenkerhöhe und -Einstellung sowie Griffe mit Auflagestütze für die Handballen.

 

Pedale Hase BikesIn Sachen Pedalen gibt es aber einen kleinen ergonomischen Nachteil auf dem Liegerad: Je nachdem, wie viel Höhendifferenz zwischen Pedalen und Sattelhöhe besteht – man spricht hier von der Tretlagerüberhöhung –, tritt man beim Liegetrike mehr nach vorne als nach unten. Auf dem Lieger muss man daher automatisch etwas Energie darauf verwenden, dass die Füße auf den Pedalen bleiben. Abhilfe schafft hier eine „feste Beziehung“: mit Klickpedalen – Clickies –, mit denen man den Schuh wie in eine Skibindung einhängt, oder Spezialpedalen mit Riemen. Da die Füße beim Ampelstopp nicht auf den Boden gesetzt werden müssen, ist das eine ebenso sichere wie komfortable Lösung: Auf welchem anderen Rad kann man schon beim Pausemachen die Beine „hochlegen“?

 

Alles Einstellungssache

Doch erst die richtige Positionierung von Sattel beziehungsweise Sitz und Lenker macht Ergonomie am Bike komplett. Um unterschiedliche Körpergrößen auszugleichen, muss es bei den meisten Radarten verschiedene Rahmengrößen geben. Bei den HASE BIKES-Trikes gilt: One size fits all! Grund: Über den Teleskop-Vorderbau der Räder kann man den Abstand Pedal–Sattel in einem sehr großen Bereich verstellen; unterschiedliche Armlängen wirken sich beim Liegerad mit Untenlenker außerdem wenig auf die Einstellung aus. Vereinfacht dargestellt wird das Trike so angepasst:

– Entfernung Tretlager–Sitz: Befindet sich das Pedal am vordersten Punkt, ist es für Knie, Hüfte und übrigens auch effizientes Treten am besten, wenn das Knie nicht ganz durchgestreckt ist. Der Fußballen sollte dabei über der Pedalmitte stehen.

– Lenkereinstellung: Die Arme sind in der Ausgangsposition nur so weit abgewinkelt, dass man die Lenkung links und rechts voll einschlagen kann, ohne dass sich die Schultern oder der Oberkörper nach vorne bewegen müssen – das sind etwa 20 bis 30 Grad. Somit müssen Arme und Schultern nahezu keine Haltearbeit verrichten – bei perfekter Einstellung hat man auch nach langer Fahrt keine Spannungen in Nacken oder Schultern. Und da die Hände maximal ihr eigenes Gewicht tragen, bleiben sie absolut locker.

– Sitzeinstellung: Die Lehne sollten bei Anfängern und in der Stadt eher aufrecht gestellt werden. Je sportlicher Sie unterwegs sein wollen und umso sicherer Sie sich fühlen, desto mehr können Sie Ihre Lehne nach hinten schwenken.

Wie’s genau gemacht wird und an welcher Schraube man im Einzelnen dreht, steht in den Betriebsanleitungen der HASE BIKES-Modelle – aber Ihr Händler weiß natürlich auch, wie Sie ergonomisch perfekt pedalieren, und stellt Ihr Trike oder Bike optimal auf Sie ein.

 

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4 Kommentare

  • Antworten Eduard J. Belser 21. Februar 2015 at 14:37

    Auf dem Liegetrike sind Hand-, Ellenbogen- und Schultergelenke entlastet. der kopf ruht entspannt an der Nackenstütze. Der Rücken ist bandscheibenschonend abgestützt und kein Sattel quetscht die Blutzufuhr zum «Familienglück» ab. Aus den Radferien kann man dann Ansichtskarten mit Sprüchen schreiben, wie: «Fahre um den ganzen Bodensee ohne Hosenweh!» das ist Lebensqualität!

  • Antworten Eduard J. Belser 21. Februar 2015 at 18:33

    Die Stellung der Pedale an Liegetriks ist ein gewisses Problem. Rutsch man bei rasanter Fahrt ab und reisst es einem das Bein nach hinten, kann das zu üblen Verletzungen führen. Ich gehöre allerdings zu den Menschen die Hunde gar nicht mögen und auch schon gebissen wurde. Meine Horrovorstellung ist, bei einem Hundeangriff mit Klickpedalen nicht rasch genug hoch zu kommen. Riemchen finde ich einen hässlichen, unpraktischen Notbehelf. Abgesehen ist mein Liegetrike auch mein Alltagsfahrzeug, auf das ich jederzeit in normalen Schuhen hüpfen will, um rasch etwas zu erledigen. Ein weiteres Problem ist, dass die vorgeschriebenen Reflektoren an normalen Pedalen beim Liegeräder erd- bzw. himmelwärts zeigen und so nichts bringen. Meine Idee wären eine Art Liegerad-Latschenpedalen mit einem ca. 3 cm hohen Rand an der Ferse und grossen Reflektoren an der Sohle, die dann nutzbringend nach vorne zeigen würden. Wäre das nicht eine gute Innovation für die ganze Liegeradbranche? Bauen und anbieten müsste so etwas am besten ein Pedalenhersteller. Aber die Branche ist ja so etwas von träge. HaseBikes, HP Velotechnik & Co. sollten sich da zusammenraufen und ein Gemeinschaftsprojekt lancieren.

    • Antworten HASE BIKES Blogger 15. Mai 2015 at 12:43

      Hallo Eduard! Hier müssen wir neidvoll anerkennen, dass die Konkurrenz HP Velotechnik schon eine schöne Lösung anbietet. Von wegen die Brache ist träge.

  • Antworten Eduard J. Belser 15. August 2015 at 11:02

    Mein HP Gekko fx war nach jetzt fast vierjährigem fleissigen Gebrauch in einer grossen Grundüberholung. Dabei wurden die alten Bärentatzenpedale durch Shimano Saint Pedalen aus dem MontainBike-Bereich ersetzt. Mit den griffigen Stollen bieten diese nun deutlich mehr Halt ohne das Schalten des Schlumpf HighSpeedDrives mit den Fersen zu behindern. Sie sehen auch toll aus und werten die Optik meines Gekkos auf. Damit habe ich die für mich passende Lösung gefunden. Die Shimano Saint Pedalen würden auch an den Rädern von HaseBikes bestens passen.

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