Verkehr & Mobilität

GroKo ohne Förderung des Radverkehr – alles Blabla?

26. Januar 2018

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Förderung des Radverkehr

Der ADFC vermisst Förderung des Radverkehr in der kommenden Regierung.

Schon Anfang Januar hat sich der Allgemeine Deutsche Fahrradclub, ADFC, mit einer Pressemitteilung zum Thema gemeldet. „Willkommen im Stauland Nummer 1“ empfing er die Große Koalition, die da bestenfalls in den Kinder-, sprich Sondierungsschuhen steckte. Ja, die deutsche Fahrrad-Lobby war stinksauer. Sie sah nämlich in den Papieren der Zwischenergebnisse der Sondierungsgespräche, dass sich auch unter der neuen alten Führung der beiden großen Parteien in Deutschland wenig ändern würde in Sachen Fahrrad-Förderung. Sprich: Es würde entschieden zu wenig getan für Radfahrer. Dass die Politiker am Verbrennungsmotor festhalten wollten, wie sich das seit Monaten herausstellt, ist, so der ADFC schon „ein dickes Ding“, also schlimm genug. Diese Meinung können wir durchaus unterschreiben.

Der ADFC-Vorsitzende Ludger Koopmann fügt hinzu: „Aber dass sie ernsthaft glauben, dass man allein mit Autopolitik und etwas mehr ÖPNV (Öffentlichen Personen-Nahverkehr) die Städte wieder lebenswert machen kann, ist fatales Wunschdenken von vorgestern. Ohne Fahrrad ist das alles Blabla.“

Radverkehr fördern, zum Beispiel durch eine Fahrradstraße

Straße für Radfahrer in Freiburg. Foto: Fotolia/azureus70

Förderung des Radverkehr wird gefordert

Tatsächlich kann man regional und überregional immer wieder von Politikern Sätze hören wie „das Fahrrad ist ein Problemlöser“ oder gar „Fahrradfahren ist die Mobilität von morgen“. Doch erstaunlicherweise sind viele Politiker dann doch nicht an Problemlösungen oder einer Mobilität der Zukunft interessiert. Denn wirklich große oder konzeptuelle Veränderungen in der Förderung des Fahrradverkehrs gab es die letzten Jahre nicht. An Aufforderungen, mehr Fahrrad zu fahren, fehlt es dagegen nicht. Dass die Infrastruktur für den Fahrrad-Alltagsverkehr allerdings schon für den bestehenden Andrang in den Städten fast überall bemitleidenswert ist, geschweige denn für mehr Fahrradverkehr taugt, scheint für viele Politiker irrelevant zu sein. Verkürzt fühlt sich diese Strategie an wie: „Fahrt ihr mal mehr Rad, dann können wir weiterhin die Auto-Mobilität fördern.“ Seltsam, oder?

Jedenfalls fordert der ADFC von einer neuen Regierung die Aufstockung der Mittel für den Radverkehr von 130 Millionen Euro auf mindestens 800 Millionen. Außeerdem den beschleunigten Bau der Radschnellwege und – sicher auch ein guter Vorschlag: die „Vision Zero“ in der Straßenverkehrsordnung zu verankern.  Das Ziel: null Verkehrstote.

Ob der ADFC mit seinen Forderungen Erfolg hat? Wir wünschen uns das, halten es aber für fragwürdig. Sie sind weder neu noch dürfte die Politik dafür empfänglicher geworden sein.

Zum Glück funktioniert etwas anderes. Selbst Rad und E-Bike fahren und anderen damit zeigen, wie viel Spaß das macht – und wie praktisch unser Verkehrsmittel ist. Auch und gerade in der Stadt. Einkauf, Besorgungen, Freizeit, Freunde treffen. Das alles geht doch mit dem richtigen Fahrrad fast immer schneller. Auf jeden Fall aber mit mehr Spaß als mit dem Auto.

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