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Fahrräder für Flüchtlinge sichern die Mobilität und erleichtern den Alltag

2. Oktober 2015

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Fahrräder für Flüchtlinge - Foto Rückenwind e.V.

Viele Flüchtlinge müssen lange Strecken zu Behören oder Ärzten zurücklegen. Besonders lang werden die Wege, wenn sich die Bleibe im Randgebiet einer Stadt befindet. Inzwischen haben sich daher erste Initiativen gebildet, die Fahrräder für Flüchtlinge bereitstellen. Auch wir von HASE BIKES haben eine Erfolgsgeschichte dazu zu erzählen.

Mobilität und sinnvolle Aufgaben

Flüchtlinge überhaupt aufzunehmen, ist sicher der erste Schritt – und das passiert derzeit in Deutschland auch. Der Start in ein besseres, sicheres Leben in der neuen, potenziellen Heimat ist aber oft schwer. Neben Unterkunft und Verpflegung benötigen Flüchtlinge Mobilität und sinnvolle Aufgaben – vor allem dann, wenn es lange dauert, bis sie die bürokratischen Serpentinen durchlaufen und die Möglichkeit haben, Arbeit und Wohnung zu suchen.

Das Bike macht mobil – Fahrräder für Flüchtlinge verkürzen die Wege

Gerade in dieser ersten Zeit in einem neuen Land, einem neuen Umfeld, können Fahrräder für Flüchtlinge die Mobilität sichern. Viele Flüchtlingsheime sind in Stadtrandlage. Oft sind die Wege zum Arzt, zu Behörden und Ähnlichem nur schlecht zu Fuß erreichbar; für häufiges Bus- und Bahnfahren ist das Geld meist zu knapp. Wer aber wichtige Termine nicht wahrnehmen kann und auch in der Freizeit kaum mobil ist, für den ist es noch schwerer, sich einzufinden.

Viele Initiativen haben daher das Fahrrad als Hilfsmittel in vielerlei Hinsicht entdeckt: Bikes without Borders beispielsweise ist ein Karlsruher Projekt, das Flüchtlinge aufs Fahrrad bringt. „Wir versuchen, den Flüchtlingen ein Stück Freiheit zu geben: Das Fahrrad erlaubt ihnen, am Stadtleben teilzunehmen, und erleichtert ihren Alltag“, erzählen Mitglieder des Freundeskreises Asyl e.V., die das Projekt gegründet haben.

Bikes without borders - Fahrräder für Flüchtlinge

Bikes without borders – Video (Screenshot www.gut-leben-in-deutschland.de)

In Berlin-Moabit gibt es den Verein Rückenwind e.V., der unter anderem gebrauchte Fahrräder sammelt, repariert und an Flüchtlingsheime und andere Einrichtungen weitergibt. Dabei kommt es nicht nur darauf an, dass die Räder unter den Flüchtlingen verteilt werden: Als integratives Projekt arbeiten die Initiativen zusammen mit den Flüchtlingen daran, unbrauchbare Fahrräder wiederherzustellen. Diese Art von praktischer Integrationshilfe – bekannt geworden unter dem Begriff „Bike Kitchen“ – ist in vieler Hinsicht klasse. Denn die Flüchtlinge setzen sich ganz automatisch mit der deutschen Sprache auseinander, entwickeln soziale Kontakte und beschäftigen sich mit einer Aufgabe, die sie selbst als sinnvoll ansehen. Auch der Allgemeine Fahrradclub ADFC arbeitet in vielen Regionen selbstständig oder mit karitativen Institutionen daran, Flüchtlinge und Fahrräder zusammenzubringen. Auf dem Nationalen Radverkehrskongress wurde im Mai 2015 dem ADFC Saarland der Deutsche Fahrradpreis für sein Projekt „Fahrräder für Flüchtlinge“ verliehen.

Flüchtlings-Praktika bei HASE BIKES

Fahrräder können aber noch ganz anders dazu beitragen, Flüchtlingen auf dem Weg zur Integration zu helfen. Wir haben schon im Juni darüber berichtet, dass afrikanische Flüchtlinge bei HASE BIKES Praktika absolviert haben. Wir bleiben dran. Allerdings ist es für Unternehmen nicht ganz einfach, solche Projekte anzubieten. Weite Wege und bürokratische Hürden stellen manchmal große Herausforderungen dar.

Einen kleinen Erfolg können wir jedoch verbuchen. Sadou Berry hat mitlerweile eine Arbeitserlaubnis und wird ab November als Hilfsarbeiter anfangen, bei uns zu arbeiten. Maßgebend unterstützt wurden wir hierbei übrigens von dem Verein RE/init e.V., der sich zum Ziel gesetzt hat arbeitsmarktorientierte Projekte für Menschen in besonderen Lebenslagen zu entwickeln. Fest steht, dass das Thema Fahrrad nicht nur in puncto Mobilität, sondern auch im Sozialen eine enorm große Rolle spielen kann.

Man kann übrigens selbst auch mithelfen: Bei vielen regionalen Fahrrad-Flüchtlingsprojekten sind freiwillige Helfer willkommen – und Spenden sowieso…

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