Verkehr & Mobilität

Die Fahrradindustrie zieht Bilanz: Hard Facts rund ums Fahrrad

25. Oktober 2017

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Wenn für die Fahrradindustrie die Saison vorbei ist, wird Bilanz gezogen. Wir ziehen mit und haben einige interessante bis obskure Zahlen rund um das Velo zusammengetragen – nicht nur aus der Saison.

Zahlen-Potpourri zum Produkt Fahrrad

Der Zweirad-Industrieverband ZIV bilanzierte zum Beispiel auf der Eurobike. 2,64 Millionen Fahrräder wurden von Januar bis Juni 2017 verkauft. Das ist viel, doch laut ZIV immerhin gut zwei Prozent weniger als letztes Jahr um dieselbe Zeit. Mit etwa gleichem Rückgang schnitt die deutsche Produktion ab. Das ist aber nur eine Seite der Medaille.

Fahrradindustrie verzeichnet Zuwachs an E-Bikes

Fahrradindustrie verzeichnet Zuwachs an E-Bikes

Durch den STEPS-Motor wird das PINO zum Fahrspaß-Garanten.

E-Bikes stehen weiterhin hoch im Kurs. Im ersten Halbjahr sollen 540.000 verkauft worden sein, für das ganze Jahr 2017 werde eine Steigerung zum Vorjahr um 12 Prozent erwartet. Dann sollen es 680.000 sein.

Interessant ist auch, dass wir in allen Bereichen einen Zuwachs an E-Bikes hatten, vom City-Bike über den Tourer bis hin zu Lastenrad und Mountainbike. Das können wir bei HASE BIKES durchaus bestätigen. Immer mehr Radfahrer wollen Trikes und Tandems mit E-Unterstützung. Kein Wunder, so klein und ausgereift wie die Motoren inzwischen sind, gibt es für viele neben dem höheren Preis wenige Argumente gegen eine Unterstützung. Vor allem nicht, wenn sie so mit dem „menschlichen Motor“ harmonieren wie der bei uns verbaute Steps-Motor von Shimano (KETTWIESEL EVO STEPS oder PINO STEPS).

Baumarkt oder Discounter sind out

Ein anderer schöner Trend: Immer weniger Menschen kaufen Räder oder E-Bikes im Baumarkt oder beim Discounter. Sie setzen auf Beratung und die Sicherheit von hochwertigen Bikes.

Weiter: Insgesamt gibt es heute 73 Millionen Fahrräder in Deutschland. Nicht schlecht, bei gut 80 Millionen Einwohnern.

Diesel-Gipfel bringt das Fahrrad weiter

So weit die Zahlen aus der Fahrradindustrie. Kommen wir zu den Menschen, die es nutzen. Fakt ist, dass der Zuwachs von E-Bikes bedeutet, dass mehr Menschen Fahrrad fahren. 34 Prozent der Deutschen fahren regelmäßig Fahrrad, aber nur knapp die Hälfte davon, nämlich 47 Prozent, fühlt sich damit im Straßenverkehr sicher, so der ADFC.

Zu dem oben genannten Prozentsatz der Bundesbürger kommen nochmals genauso viele, nämlich 34 Prozent dazu, die sagen, sie würden gerne mehr Rad fahren. Aber: So lange so wenig für die Sicherheit der Radfahrer getan werde, zum Beispiel in Form von sichereren Radwegen, steigen sie nicht auf das Velo.

Immerhin brachte der sonst allgemein sehr enttäuscht aufgenommene „Diesel-Gipfel“ im August 2017 zutage, dass der Bund nun jährlich 200 statt 125 Millionen in den Radverkehr investieren wird. Schließlich sei das Fahrrad eines der Mittel, um die Innenstädte zu entlasten. Nun, das ist eher wenig im Vergleich zum Ausbau anderer Verkehrswege. Deutschland investierte beispielsweise 2016 etwa 13 Milliarden für den Ausbau von Straße und Schiene. Doch ein Anfang ist es.

248 Milliarden Kilometer an Radfahrten in Deutschland

Das Statistische Bundesamt meldete für 2015 Radfahrten in Deutschland mit einer Länge von insgesamt etwa 248 Milliarden Kilometern, so der Pressedienst Fahrrad PD-F.

2016 konnte das soziale Fahrrad-Netzwerk Strava etwa 6,2 Millionen Radfahrten aus Deutschland registrieren, schrieb das Online-Magazin Velomotion. Auf der Internetseite Strava lassen sich Radrouten speichern, indem sie über ein GPS-Gerät oder Smartphone aufgezeichnet werden. Da das bislang vorwiegend Radsportler praktizieren und die Pendler es erst allmählich für sich entdecken, kann man hier mit einer erfreulicherweise enormen „Dunkelziffer“ rechnen. Aber schon letztes Jahr kamen so 241 Millionen deutsche sportliche Fahrrad-Kilometer zustande – beeindruckend, oder?

Gesund bleiben: 75 Minuten pro Woche aufs Fahrrad

Weiter geht’s: Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat ausgerechnet, dass etwa 2.000 Euro pro Jahr und Person an Kosten für die Gesundheit gespart werden könnten, wenn jeder in der Woche 75 Minuten Fahrrad fahren würde. Schlank bleiben wäre auch einfacher, immerhin verbraucht eine Stunde auf dem Rad etwa 800 Kalorien.

Die Bundesregierung hat ein eher bescheidenes Ziel. Im Jahr 2020 soll der Radverkehrsanteil auf gerade einmal 15 Prozent des gesamten Verkehrs gewachsen sein. Dass eine Orientierung weg vom Auto hin zum Fahrrad die Wirtschaft schädigen würde, mag man kaum glauben. Denn die Fahrradbranche verzeichnete bereits 2015, als das E-Bike erst noch im Kommen war, 16 Milliarden Umsatz in Deutschland.

Dänemark: Viele Fahrräder, wenig Fahrradhersteller

Ungefähr 278.000 Vollzeitarbeitsplätze sind direkt mit dem Fahrrad verbunden. In Dänemark gibt es zwar nicht viel Fahrradindustrie, aber Fahrräder. 2016 zählte man in Kopenhagen erstmals mehr als 265.000 Fahrräder. Das sind mehr Velos als Autos, die dort zugelassen waren. In Istanbul, der Stadt mit dem laut der Zeitschrift Trekkingbike geringsten Anteil an Radfahrern, kommt der Fahrradfahrer auf 0,05 Prozent der Verkehrsteilnehmer.

Zu guter Letzt: Mit einer Beinrasur spart der Rennradfahrer 0,6 Prozent an Energie. Schnell ab die Haare!

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