Tipps & Tricks

Bücher rund ums Fahrrad – Lesetipps für Einsteiger und Aufsteiger

6. Dezember 2017

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Fahrradbücher

Bike und Buch passen bestens zusammen. Fahrradbücher bieten dabei dabei nicht nur Reparaturtipps oder Kaufberatungen, die es schon fast so lange gibt wie das Velo selbst. Nein, das Fahrrad ist auch immer wieder Protagonist in belletristischen Büchern, egal, ob sie enzyklopädischen Charakter haben oder eher fiktional sind – oder auch historisch, das bietet sich momentan ja an.

Fahrradbücher

Die abenteuerliche Fahrt des Herrn von Drais. Buchcover: www.kloepfer-meyer.de

Tipp 1: Die abenteuerliche Fahrt des Herrn von Drais

Im Jubiläumsjahr des Fahrrads gibt es eine Romanbiografie zum Erfinder. Johannes Schweikles „Die abenteuerliche Fahrt des Herrn von Drais“ beschreibt nicht nur die Geburtsstunde des Laufrads bei einem kleinen Wagenbauer, es spiegelt auch die Figur von Karl von Drais und seine ruppigen Begegnungen mit Regeln und Verhaltensmuster der damaligen Gesellschaft wider.

Das Leben von Drais‘ wird aus der Perspektive des Wagenbauers erzählt, bei dem die erste „Draisine“ gebaut wird. Der nüchtern denkende Geselle Fritz begleitet Drais auf den „Ritten“ mit dem neuen Fahrzeug und lernt so seinen Auftraggeber immer besser kennen. Eine einträgliche Ausgangsposition für die Erzählerstimme, die gut beobachten und schildern kann.

Johannes Schweikle: Die abenteuerliche Fahrt des Herrn von Drais. Klöpfer und Meyer, 200 Seiten, 20 Euro.

Tipp 2: Die Radfahrer Cartoons – Wenn Biker den Griffel spitzen

Wenn ein begeisterter Biker zeichnen kann, sind Comics zum Thema nicht mehr weit. Der Engländer Dave Walker ist so ein Mensch, er hat langjährige Erfahrung mit vielen Cartoons, die er für Fahrradzeitschriften und Tageszeitungen kreiert hat und bringt mit „Die Radfahrer Cartoons“ sein erstes Buch auf Deutsch heraus. Der Brite ist laut eigenen Angaben so gut wie mit dem Rad verwachsen, und das kann er auf 144 Seiten bestens belegen.

In leisen, aber exakten Strichen kritisiert er pointiert mal die Verkehrspolitik, mal seinesgleichen oder auch die Fahrradindustrie. Treffsicher die Aussagen, schön und unprätentiös der Stil. Deshalb ist man mit einem einzigen Durchlesen und -gucken noch nicht bedient: Die Sammlung ist ein echter Schmöker zum Immer-wieder-in-die-Hand-nehmen. Der aufs Fahrrad spezialisierte Covadonga-Verlag zeigt wieder einmal, wie gut Kunst und Fahrrad zusammenpassen.

Dave Walker: Die Radfahrer Cartoons. Covadonga, 144 Seiten (Quadratformat), 12,95 Euro.

Tipp 3: Velopedia – Helden der Landstraße in Grafiken dargestellt

Fahrradliteratur

Velopedia – Die Fahrradwelt in Infografiken. Buchcover: www.delius-klasing.de

Rennrad-Fans oder Tour-de-France-Spezialisten dürften um die „Velopedia. Die Fahrradwelt in Infografiken“ nicht herumkommen. Das Buch liefert wirklich fast alles, was man in der Bandbreite von maximal nützlichem bis maximal unnützen Wissen über Radrennsport, internationale Rennen, Rennfahrer und Regeln sich auch nur vorstellen kann. Schön daran: belehrt wird nicht, der Ton ist heiter bis ironisch, und die unendlich vielen Grafiken im Buch sorgen zusätzlich dafür, dass es garantiert nicht langweilig wird.

Von der Flandernrundfahrt über die legendärsten Anstiege bei der Tour de France bis hin zu den erfolgreichsten Frauenradsportlerinnen, pointiert dargestellten Kurzbiografien – das Leben des Richard Virenque, eine Achterbahnfahrt – und der Brillengeschmack von Fausto Coppi bis Greg LeMond. Alles findet man in der Velopedia. Man fragt sich wirklich, wie Robert Dineen diese vielen so unterschiedlichen Informationen zusammengetragen haben kann. Allerdings: So kunterbunt die Inhalte sind, so durcheinander werden sie auch präsentiert. Ein schnelles Nachschlagewerk ist das Buch daher nicht – aber dafür wäre es auch viel zu schade.

Robert Dineen: Velopedia. Die Fahrradwelt in Infografiken. Delius-Klasing, 192 Seiten 19,90 Euro.

Tipp 4: Der Mann auf dem Hochrad – Geschmackvoller Rad-Roman

Wer einen Roman über „die Entdeckung der Currywurst“ schreiben kann, der kann erst recht einen über das Fahrrad, speziell über das Hochrad, schreiben. Oder? Uwe Timm auf jeden Fall kann das. „Der Mann auf dem Hochrad“ ist eine Erzählung über seinen Großonkel, einem frühen Fahrradfanatiker und Tierpräparator. Der Coburger lebt für sein Hochradfahren, und auch alle Gefahren und sogar Anfeindungen können ihn nicht von seinem Hobby abhalten. Stress gibt’s viel: Genau so muss es damals gewesen sein, als kurz nach dem Hochrad das Niederrad wie wir es heute kennen, auf den Markt gekommen ist.

Hitzige Diskussionen darüber, was das „echte“ Fahrrad ist, Wettbewerbe, die gelegentlich an Streitwagenrennen erinnern und die Diskussion, ob denn Frauen überhaupt radeln dürfen oder nicht. Dabei erzählt Timm die Geschichte über Franz Schröter souverän elegant und bringt uns immer wieder zum Schmunzeln. „Der Mann auf dem Hochrad“ macht auch wegen seiner unaufdringlichen literarischen Qualitäten Spaß – und zwar Menschen mit und ohne Fahrradsucht.

Uwe Timm: Der Mann auf dem Hochrad. Dtv, 224 Seiten, 11,90 Euro.

Foto (oben): Fotolia/Africa Studio

Nicht nur Fahrradbücher gelesen, sondern auch Fahrradfilme haben wir für euch geschaut → Die besten Fahrradfilme für lange Herbst und Winterabende

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