Technik & Innovation, Tipps & Tricks

Fahrrad-Gadgets, Apps und Technik sorgen für mehr Fahrspaß und Sicherheit

17. Dezember 2015

6 Kommentare

Foto: Fotolia/Rasulov

Das Wetter ist mies, die Tage kurz, Weihnachten steht vor der Tür und im Fernsehen wird entsprechend aufdringlich für Elektronik geworben. Elektronik muss aber nicht unbedingt Flachbildfernseher oder Spielekonsole bedeuten. Am Fahrrad bietet sie eine Menge Möglichkeiten, die Umwelt und den Körper zu erleben. Mit neuer Technik und abgefahrenen Ideen, entstehen Apps und Fahrrad-Gadgets, die das Radfahren schöner, schneller und sicherer machen.

Navigation per Smartphone

Ein universelle Grundlage für die elektronische Fahrradfahrt besitzen mittlerweile fast alle Deutschen: Das Smartphone. GPS zur Satellitennavigation besitzen praktisch alle Geräte. Dazu kommen Beschleunigungssensoren und Kompass. Viele Geräte haben auch Barometer zur Höhenmessung eingebaut. Externe Geräte lassen sich über Bluetooth verbinden.

Die Stadt neu entdecken

#5minsbybike in Bremen - Grafik: Bike Citizens

#5minsbybike in Bremen – Grafik: Bike Citizens

Man glaubt gar nicht, wie weit man mit dem Rad in kurzer Zeit in der Stadt kommen kann. Die Macher von Bike Citizens zeigen dies auf ihrem Routenplaner im Web (s.a. #5minsbybike). Einfach die App installieren, Zieladresse eingeben und die App führt auf fahrradfreundlichen Wegen zum Ziel – über den Bildschirm oder per Sprachausgabe. Auch Einheimische finden so überraschende neue Wege. Auch schön: Statt einzelne Stadtkarten zu kaufen, kann man sie in der App „freiradeln”. Dazu muss man nur 100 Kilometer in 30 Tagen fahren. Manche Städte bieten Bürgern und Besuchern die Karten auch kostenlos an, Wien zum Beispiel.

Die Daten, die während der Fahrt aufgezeichnet werden – anonym natürlich – nutzen die Entwickler, um praktische Dienste umzusetzen. Dazu gehört allerdings auch die Standortaufzeichnung, selbst wenn die App nicht in Verwendung ist. Dies lässt sich in den Einstellungen des Smartphones aber leicht ändern.

Dort, wo Radler regelmäßig stehenbleiben und wieder anfahren, sind Ampeln. Aus den Abständen lassen sich die Ampelphasen errechnen. Ohne Umbauten an den Ampeln. In Wien ist die grüne Welle für Radfahrer schon aktiv. Die App zeigt dort den Radfahrern, wie schnell sie fahren müssen, um die nächste Ampel bei grün zu erwischen.

Trockene Zeitfenster finden

Wetterapps, wie WeatherPro, greifen auf ein riesiges Netz von Wetterstationen zurück. Grafik: MeteoGroup

Wetterapps, wie WeatherPro, greifen auf ein riesiges Netz von Wetterstationen zurück. Grafik: MeteoGroup

Eine der besten Ausreden gegen das Radfahren ist noch immer das Wetter. Zu Recht: Denn bei starkem Regen macht Radfahren wirklich keinen Spaß. Aber gerade Regen lässt sich mittlerweile ziemlich genau vorhersagen.

Wetterapps, wie die kostenpflichtige App WeatherPro, greifen auf ein riesiges Netz von Wetterstationen zu und liefern genaue genaue Zeitangaben für den nächsten Regenguss. Wer ohne Regenausrüstung unterwegs ist, schaut auf den Regenradar und wartet einfach, bis der Regen vorbei ist. Oder fährt schnell los, bevor der nächste Schauer kommt.

Auch die Radtour am Wochenende lässt sich besser planen, wenn man weiß, wie das Wetter wird.

Schöne Touren finden, planen und nachfahren

Für die Tour am Wochenende benötigt es keine Papierkarten mehr, denn auch dafür gibt es Navi-Apps. Die eleganteste kommt von komoot. Die Kombination aus Routenplaner im Web und App für das Smartphone sieht schön aus und ist auch für Einsteiger leicht zu bedienen – erfordert allerdings eine Registrierung.

Mit einem Ausgangspunkt und einem Zwischenziel lässt sich schnell eine Rundtour erstellen. Unterwegs führt die App, wann immer möglich, abseits von Hauptstraßen und auf Radwegen.

Hinter den schönen Touren steckt hoher technischer Aufwand. Die komoot-App nutzt unterschiedliche Datenquellen für die Navigation und Darstellung. Die Karten stammen von der Community OpenStreetmap, dazu kommen Nasa-Satellitenkarten. Highlights am Weg zieht die App aus der Wikipedia und anderen Ortsdatenbanken – und natürlich von den Nutzern, die interessante Punkte markieren. Zusammen mit deren Beschreibungen und Fotos kann man sich so schon Zuhause auf die Tour freuen.

Viele Tourenvorschläge gibt es auch bei Onlineportalen wie Outdooractive oder GPSies. Die Daten für die Navigation lassen sich dort als GPX-Datei laden und in die Navigationsapp importieren.

Voraussetzung: Lenkerhalter und Akku

Während der Fahrt zeigt komoot die aktuelle Geschwindigkeit, die gefahrene Strecke und die Reststrecke an. Am Höhenprofil sieht man, wann die nächste Steigung und wann endlich die nächste Abfahrt kommt. Lädt man die Karten vorher auf das Gerät (einzelne Regionen gibt es ab 3,99 Euro), ist unterwegs keine Internetverbindung nötig. Dazu sollte sich das Smartphone natürlich im Blickfeld befinden. Beim „Normal-Rad” ist das am Lenker, beim Liegerad zum Beispiel mit einem Rahmenadapter vor dem Sitz.

Zum Start und bei schönem Wetter bietet sich die Universalhalterung Finn an. Das Silikonband der Bike Citizens hält auch das größte Telefon bombenfest am Lenker.

Wasserfeste Halterungen kosten mehr, schützen das wertvolle Smartphone aber auch bei schlechtem Wetter. Für längere Touren empfiehlt sich ein Zusatzakku oder ein USB-Ladeadapter für den Nabendynamo. Den gibt es auch im Frontlicht eingebaut.

Hören mit den Knochen

Die meisten Apps geben Abbiegehinweise auch gesprochen aus. Am besten über Kopfhörer. Die gibt es seit einiger Zeit mit Knochenschallübertragung: Lautsprecher und Mikrofon sitzen bei diesen Modellen nicht im Ohr, sondern auf den Wangenknochen davor. Über den Knochen werden Töne direkt ans Innenohr übertragen. So bleiben die Ohren frei für Umgebungsgeräusche. So lassen sich auch die Navigationsanweisungen klar hören. Und natürlich die Gespräche mit den Mitradlern. Am besten ist die drahtlose Ausführung mit Bluetooth-Übertragung, zum Beispiel Aftershokz Bluez 2.

Die besten Erlebnisse auf Foto und Video festhalten

Wenn man unterwegs ist, sieht man viel. Und kann auch viel erzählen. Aber wäre es nicht schön, den Fuchs, der plötzlich über den Weg gelaufen ist, zuhause zeigen zu können. Ganz einfach, wenn die Actioncam das ganze aufgezeichnet hat. Schnell zur entsprechenden Stelle im Video springen. Da isser. Genau dafür gibt es Actioncams, zum Beispiel die GoPro. Aber auch günstigere Geräte sind robust und wasserdicht.

Wer seine sportliche Leistung dokumentieren möchte, greift zu einem Gerät mit eingebauten Sensoren. Die Virb von Garmin etwa kann alle Daten, von Geschwindigkeit, Höhenmeter, Puls und getretener Wattzahl über das Bild legen. Das ist der ultimative Videobeweis. Wer selbst aufs Video draufmöchte, kann eine eigene Drohne an der virtuellen Leine mitnehmen: Die Hexo+ fliegt ganz von alleine und erstellt automatisch professionelle Kamerafahrten. Billig ist sie nicht. Sie kostet knapp 1100 Euro. Ohne Kamera.

Foto (oben): Fotolia/Rasulov

Gastautor: Hans Dorsch

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6 Kommentare

  • Antworten Eduard J. 18. Dezember 2015 at 13:06

    Mit den Tipps in diesem Blog ist HaseBikes wieder nah am Puls der LiegeradfahrerInnen. Ich schätze als bekennender Schönwetterradler, Warmduscher und Milchtrinker besonders das Regenradar. Zur Routenplanung benutze ich gerne http://www.veloland.ch/de/veloland.html und GoogelMaps. Eine Velocomputer-App, die meine Tagesleistungen, Geschwindigkeiten usw. registriert, benutze ich bewusst nicht, da mich als Alltags- und Genussradler damit nicht selbst unter Druck setzen will. Ich bin sehr selten in der Stadt unterwegs, eigentlich nur gelegentlich in Solothurn und seltener Olten und ausnahmsweise noch in Freiburg im Breisgau und in Basel, wenn ich mein Liegetrike zur Jahresinspektion bringe, aber ich werde mir die App Bike Citizens dennoch gerne ansehen.

  • Antworten Weihnachtsgeschenke für Radfahrer 21. Dezember 2015 at 12:51

    […] haben sogar Navigation an Bord. Für Tourenfahrer sind spezielle Fahrradnavis oder Navi-Apps empfehlenswerter: Mit ihnen ist meist Routing möglich, also das Leiten-Lassen wie beim Auto-Navi. […]

  • Antworten Jan Weisenberger 25. Januar 2016 at 17:41

    Ich fahre ziemlich viel Rad im Regen (wohne in Elmshorn und da regnet oder nieselt es ganz häufig). Ich lasse mich von Komoot navigieren, schütze mein iPhone 5 in einer wasserdichten Hülle von Lifeproof und meine Energie bekomme ich vom notstrøm-Akku , vom Freiburger Hersteller ZNEX.Mit dieser Kombi kann ich auch beim stärksten Regensturm radeln, ohne dass mein iPhone oder notstrøm Akku nass wird.

  • Antworten HASE BIKES Blog macht bis zur Eurobike 2016 Sommerpause! 1. August 2016 at 14:30

    […] Fahrrad richtig packt, so dass der Tour oder Rad-Reise nichts mehr im Wege steht. Auch können Fahrrad-Gadets im Urlaub sehr praktisch sein – und damit der Urlaub nicht ohne Fahrrad endet, haben […]

  • Antworten Volker Schmidtke 4. März 2017 at 13:47

    Zu Smartphone-befestigung an euren Rädern würde ich gerne mehr lesen,
    Was z.B. ist ein „Rahmenadapter vor dem Sitz“?
    Gibt es möglichkeiten den Fahradakku anzuzapfen?

    • Antworten HASE BIKES Team 22. März 2017 at 10:43

      Hallo Volker,
      Möglichkeiten den Fahrradakku anzuzapfen gibt es leider nicht.
      Mit „Rahmenadapter vor dem Sitz“ ist unser Universalhalter gemeint. Er wird mit einer Schelle am Rahmen befestigt.
      Hier findest du eine Anleitung.
      Viele Grüße
      dein HASE BIKES Team

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