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Erdmann – Fahrradmechaniker auf traditioneller Wanderschaft

18. April 2019

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Erdmann - Fahrradmechaniker auf traditioneller Wanderschaft

Erdmann ist ausgebildeter Zweiradmechaniker und seit 2015 auf traditioneller Wanderschaft. In diesem Frühjahr hat er ein paar Wochen bei Hase Bikes verbracht und in der Montage ausgeholfen. Die Gelegenheit haben wir natürlich genutzt, um ihn ein bißchen zu seiner Zeit als Wandergeselle zu befragen.

Erdmann arbeitet in der Werkstatt am Pino
Erdmann hilft in der Montage bei Hase Bikes

Die Gesellenwanderung

Wanderjahre, Wanderschaft, Walz, Tippelei oder Gesellenwanderung – so nennt man Gesellen, die nach Abschluss ihrer Lehrzeit auf traditionelle Wanderschaft gehen. Im Mittelalter bis zur Industrialisierung war das eine Voraussetzung für die Zulassung zur Meisterprüfung. Heute ist die Wanderschaft natürlich freiwillig, aber weiterhin eine gute Möglichkeit, um seinen Horizont zu erweitern. Auch Erdmann hat sich diese Chance nicht nehmen lassen.

Alten Traditionen verpflichtet

Erdmann fühlt sich den alten Traditionen verpflichtet. Er bewegt sich nur zu Fuß oder per Anhalter fort. „Das geht oft überraschend schnell.“ erzählt er. Dabei hilft ihm seine traditionelle Kluft der Wandergesellen bestehend aus Hut, kragenlosem weißem Hemd, Weste und Hose mit Schlag. Im Ohr trägt er einen Ohrring mit Zahnrad. Und auch seinen Wanderstab hat er dabei, sein Gepäck verstaut er in einem Charlottenburger. 

Familie und Freunde sieht er nur unterwegs ab und an mal, denn um seinen Heimatort liegt eine Bannmeile von 50km Umkreis. Die darf er nicht betreten. Als nächste Ziele hat er sich Weimar und Bremen ausgesucht, um dort Freunde zu besuchen und ihnen bei Projekten zu helfen.

Gibt es DAS schönste Erlebnis?

Wenn man Erdmann nach seinen schönsten Erlebnissen fragt, kann er sich nicht auf ein einzelnes Erlebnis begrenzen. Er hat sich einen Traum verwirklicht und ein eigenes Fahrrad gebaut, er war drei Monate an der Algarve und hat dort das portugiesische Leben und Arbeiten kennengelernt. Insgesamt wurde sein Vertrauen in die Menschen gestärkt – z.B. wenn er bis zum Abend noch keine Schlafgelegenheit gefunden hat und dann nachts doch noch auf gastfreundliche Menschen trifft, die ihm ein Obdach anbieten.

Erdmann im Gespräch mit Kollegen während der Frühstückspause
Erdmann im Gespräch mit Kollegen während der Frühstückspause

Fazit

Und neben den vielen schönen und wenig schlechten Erfahrungen, die er gemacht hat, kann Erdmann schlussendlich „nur jedem empfehlen, den Schritt vor die Tür zu wagen und Menschen, Land und Werkstätten und vor allem auch sich selbst besser kennenzulernen.“

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