Tipps & Tricks

Diese Tricks machen Fahrraddieben das Leben schwer

29. Februar 2016

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Ein teures Fahrrad sicher in der Stadt parken – geht das? Ja, durchaus. Doch dazu ist ein richtig gutes Schloss nötig. Zum Beispiel eines, bei dem ein Aufbruchversuch länger als drei Minuten dauert. Auch Zertifikate helfen bei der Auswahl des richtigen Schlosses. Wie ein Diebstahlsschutz für Fahrräder aussieht: Wir klären auf.

Das Kettwiesel lässt sich mit einem Bügelschloss durch den Rahmen an Verkehrsschild oder Laterne sichern.

Das Kettwiesel lässt sich mit einem Bügelschloss durch den Rahmen an Verkehrsschild oder Laterne sichern.

Angst ist ein schlechter Berater

Es gibt tatsächlich Menschen, die für feine Fahrräder wie die von HASE BIKES schwärmen – aber sich ganz bewusst keines kaufen. Ihr Argument: Das wird doch in der Stadt sowieso geklaut! Doch Angst ist ein schlechter Berater, das Sprichwort gilt auch hier. Denn das Klauen lässt sich verhindern. Mit einem guten Schloss und der richtigen Technik wird ihr Fahrrad diebstahlsicher.

Das Drei-Minunten-Schloss

Absolut unknackbare Schlösser gibt es nicht. Aber es gibt solche, die den gewaltsamsten wie feinfühligsten Aufbruchversuchen drei Minuten oder sogar länger standhalten. Und das heißt in der Praxis eigentlich aufbruchsicher. Denn so lange beschäftigen sich Diebe maximal mit dem Schloss, bevor sie das Weite suchen.

Die Sicherheit der Schlösser hängt stark vom Schlosstyp ab:

  • Kabel- oder Spiralkabel-Schloss: Schlösser mit Kunststoff ummanteltem Metallkern gibt es in vielen verschiedenen Stärken. Unabhängig vom Schließmechanismus gilt: Ein Stahlkabel kann mit einem passenden Blozenschneider immer gekappt werden! Die Schlösser sind nicht wertlos, doch eignen sie sich eher als Zusatzschloss für Komponenten – sie verhindern Gelegenheitsdiebstahl von Teilen.
  • Panzerkabelschlösser haben um den Kabelkern einen flexiblen Stahlpanzer. Der deutlich größere Durchmesser macht den Ansatz eines Bolzenschneiders wesentlich schwieriger. Die großen Tools bringen aber auch sie zum Aufgeben – oft muss man sie auch nur „richtig“ ansetzen, um einen Zwischenraum zwischen den ummantelnden Ringen zu „erpressen“, und kann so zum Stahlkern durchdringen. Bei diesem Schloss hat der Schließmechanismus schon eine wichtigere Aufgabe, er sollte also nicht schwächer sein als der Rest der Sicherung.
  • Kettenschlösser sind flexibel nutzbar, aber meist deutlich schwerer als Bügelschlösser mit vergleichbarer Aufbruchsicherheit.
  • Bügelschlösser mit den heute üblichen Vierkantbügeln aus gehärtetem Stahl zählen bezüglich Widerstandskraft zu den sichersten Schlössern. Durch die starre Form sind sie allerdings weniger flexibel einsetzbar.
  • Fast genauso stabil sind hochwertige Faltschlösser, wie sie die Hersteller Abus und Trelock seit einigen Jahren anbieten. Sie haben den Vorteil, dass sie bei etwa gleichem Umfang wie Bügelschlösser um viele Laternenpfähle passen und man sie meist einfacher transportieren kann.

Hochwertiger Schließmechanismus ist wichtig

Diebstahlschutz für Fahrräder: Kettenschlösser sind flexibel nutzbar.

Kettenschlösser sind flexibel nutzbar, aber meist deutlich schwerer als Bügelschlösser mit vergleichbarer Aufbruchsicherheit.

Wichtiger wird bei Schlössern aus hochwertigen Materialien der Verschluss selbst: „Einfache“ Schließsysteme, die als Basis einen Schließzylinder mit Stiften – wie man sie vom klassischen Haustürschlüssel kennt – haben, sind da die unsichersten. Sie können sehr leicht mit Picking-Tools geöffnet werden. Das sind kleine, unterschiedliche Stäbchen, mit denen man die Stifte im Inneren des Schlosses eindrücken kann – genau das macht auch der Originalschlüssel.

Den besten Diebstahlschutz für Fahrräder bieten derzeit Scheiben- und Bohrmuldensysteme. Auch sie lassen sich mit etwas Aufwand „picken“, allerdings tritt hier die Drei-Minuten-Regel in Kraft.

Internes Sicherheits-Rankingsystem

Die oben genannten Hersteller haben ein internes Sicherheits-Rankingsystem und ordnen jedes ihrer Schlösser einem Sicherheitsgrad zu. Auch wenn dieser wenig über die absolute Aufbruchsicherheit des Schlosses aussagt: Wir empfehlen für unsere PINOS, LEPUS und KETTWIESEL nur die obersten Sicherheitsstufen!

Zertifikate mit hohen Standards

Versicherungen haben ein Interesse daran, dass Schlösser möglichst aufbruchsicher sind. Der Gesamtverband der deutschen Sicherheitswirtschaft e. V. hat daher mit der VdS Schadenverhütung GmbH ein eigenes Institut zur Zertifizierung. Und was für die Versicherungen gut ist, ist in diesem Fall auch für den Fahrradbesitzer gut – Schlösser mit VdS-Zertifizierungen haben hohe Standards.

Auch das Wie entscheidet über den Diebstahlschutz bei Fahrrädern

So bitte nicht!

So bitte nicht!

Nicht nur abschließen, anschließen ist die Devise! In einer Zeit, in der in Großstädten gelegentlich sogar Banden unterwegs sind, die teure Räder in Lieferwagen ladungsweise zum Weiterverkauf ins Ausland verfrachten, zählt fester Halt – am besten an einer Laterne oder einem fest verankertem Verkehrszeichen.

Bei Trikes ist das nicht immer einfach – KETTWIESEL und LEPUS zum Beispiel sollten nicht einfach nur am Hauptrohr angeschlossen werden. Zumindest bei den älteren Modellen lässt sich der Rahmenzug mit dem passenden Inbusschlüssel lösen, das vordere Teleskop kann nach Entfernung der Kette herausgezogen werden und das komplette Rad relativ einfach mitgenommen werden.

So bitte auch nicht!

So bitte auch nicht!

Besser das Trike am hinteren Rahmenzug anschließen, wie im Bild gezeigt. Wer dazu ein Bügelschloss verwendet, muss das zwei-, dreimal gemacht haben, damit es flott von der Hand geht. Dabei lohnt sich ein Bügelschloss mit großem „U-Bügel“.

Keinesfalls nur das einzelne Rad anschließen! Selbst wenn es statt mit einem Schnellspanner mit einem Nabenschloss gesichert ist: Es verführt potenzielle Diebe dazu, Gewalt anzuwenden. Denn auch wenn das Vorderrad damit möglicherweise zerstört wird, ist es relativ einfach, den Rest des Rads dadurch frei zu bekommen.

Mit einem zusätzlichen Kabelschloss lassen sich gut die Laufräder oder andere Komponenten sichern. Auch Kabel mit Schlaufen an den Enden sind sinnvoll. Damit spart man ein zweites Schloss – und Gewicht.

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