Schon der Erwerb des Pinos lief nicht wie vereinbart:
Wir wollten es bei einem Fahrradhändler, der bei uns um die Ecke wohnt und mit dem wir bislang nur positive Erfahrungen gemacht haben, bestellen. Dieser Händler setzte sich auch mit Hase in Verbindung und es wurde alles besprochen und vereinbart. Auch uns gegenüber versicherte die Firma Hase: Kein Problem, das Rad kann von jedem Händler über einen Premium-Händler, bestellt werden. Leider war dann aber der Premiumhändler nicht bereit, mit Herrn T. zu kooperieren. Auf unsere Beschwerde hin – wir hatten das Fahrrad ja bereits bei Herrn T.in Bremen Grohn bestellt und auch angezahlt- bekamen wir von einer Mitarbeiterin (Hase) und dem Fahrradies folgendes Angebot gemacht:
Bei anfallenden Reparaturen etc. sollte das Rad abgeholt und wieder gebracht werden! Das war damals für uns kaufentscheidend, das Rad überhaupt bei dem 40 km entfernten Händler zu kaufen.
Unser Brief an Firma Hase vom 24.08.08
Sehr geehrter Herr Hase
Am 15.07.08 haben wir beim Fahrradies in Achim das Tandem Pino gekauft.
Um herauszufinden ob das Pino auch wirklich reisetauglich ist,
(u.a. wollen wir damit Dänemark und Schweden durchradlen) haben wir eine Testfahrt von Bremen nach Stuttgart, über Einbeck und Hess.Lichtenau unternommen.
Diese dauerte 7 Tage und umfaßte rund 850 km und viele Höhenmeter.
Und dabei kam folgendes heraus:
An sich ein gelungenes Rad, es macht Spaß damit zu fahren!
Leider sind einige Details überhaupt nicht erfreulich.
Die Scheibenbremse vorne schleift von Anfang an, angeblich sollte sich das nach einer Einfahrtzeit geben. Es hat sich bis heute nicht geändert.
Ein Techniker der das Rad inspizierte stellte fest, daß die Bremsscheibe verzogen ist und daher schabt.
Das Tretlager vorn knarrt.
Beide Schutzbleche waren von Anfang an schlecht montiert.
Das Kabel von der Beleuchtungsanlage war so dicht am hinteren Zahnkranz verlegt, daß es von der Kette gleich bei der ersten
Fahrt im kleinsten Gang zerrissen worden wäre, hätten wir es nicht bemerkt und neu verlegt.
Der Bezug des Vordersitzes verrutscht stark und muß nach jeder Fahrt wieder in die richtige Position geschoben werden.
Die Schrauben an denen man den Neigungswinkel des Lenkers einstellt lösten sich mehrere Male. Bei Bremsvorgängen schlug der Lenker abrupt nach vorne.
Insbesondere haben wir nach der äußerst unangenehmen Panne am 11.08.08 in Lohr am Main erhebliche Bedenken bzgl. der Sicherheit des Rades:
Mit einem lauten Knall ist uns auf gerader asphaltierter Strecke der Reifen des Hinterrades explodiert!
Wäre uns dies kurze Zeit früher auf einer der häufigen Talfahrten auf der viel befahrenen Bundesstraße passiert, wären wir wohl nicht nur mit dem Schrecken davon gekommen, sondern möglicherweise nicht mehr am Leben.
Ursache war ein Speichenbruch mit fatalen Folgen: Die Speiche hat sich durch das Felgenband in den Schlauch gebohrt, der mit einem lautem Knall geplatzt ist und dabei den Mantel von der Felge gerissen hat.
Dies geschah nach ca. 800 insgesamt gefahrenen Kilometern!
Ein Fahrradhändler in Lohr erklärte uns nach der Reparatur: Das Hinterrad hat nur 32 Speichen - Für ein Tandem viel zu wenig! Hier wären bei normaler Belastung mind. 36 verstärkte Speichen (ED oder DD) unbedingt nötig. Außerdem wurde bei unserem Rad ein sehr einfaches (papierartig)Felgenband verwendet. Ein hochwertigeres(Textil) hätte sehr wahrscheinlich das Durchstoßen der Speiche verhindert!
Zusätzlich haben wir feststellen müssen, daß unsere „Mängel“ am Pino kein Einzelfall sind.
In verschiedenen Foren sowie Radseiten im Internet konnten wir genau unsere Mängel wieder finden. Speichenbrüche sowie das Lösen der Lenkerschraube kommen immer wieder vor. Das Knarren der
Tretlager finden wir häufig wieder.
Auch den offenen Brief vom Pino-Forum an Herrn Hase aus dem genau diese Mängel hervor gehen, und der dringlichen Bitte diese Mängel abzustellen, haben wir gelesen.
Sie können bestimmt verstehen, dass seit dem geplatzten Hinterrad die Angst vor einem nochmaligen „Unfall“ auf unserem Pino mitfährt.
Daher bestehen wir aus Sicherheitsgründen darauf, daß das Hinterrad mit mind. 36 verstärkten Speichen nachträglich ausgestattet wird. Inwieweit die 32 Speichen beim Vorderrad ausreichen wissen wir nicht, und appellieren daher an Ihre Verantwortung als Radhersteller.
Die Bremsscheibe vorne muß ausgewechselt werden.
In Erwartung einer baldigen Erledigung verbleiben wir
mit freundlichen Grüßen,
Heike u. Achim Einwächter-Langer
Uns wurde daraufhin (von Fa. Hase)für Herbst/Winter 08 ein Austausch des Hinterrades, das zukünftig mit einem stabileren Felgentyp und DD-Speichen bei Hase montiert wird, auf Kulanzbasis angeboten, sowie eine Überprüfung der aufgelisteten Mängel. Telefonisch wurde uns auch zugesichert, daß es bis zum Urlaub klappt. Leider verstrich die Zeit ohne daß wir etwas von Fa. Hase oder dem Fahrradies hörten. Da wir aber am 10.10.08 unsere nächste große Tour an die Ostsee schon geplant hatten, (beiden bekannt) schrieben wir erneut an Hase.14 Tage später- der Brief blieb ohne Antwort rief meine Frau bei Hase an- um zu erfahren, daß Hase überhaupt nicht zuständig sei- sondern ausschließlich der Premium-Händler in Achim, das Fahrradies.
Ein weiteres Telefonat mit dem Geschäftsführer vom Fahrradies ergab
dann eine sehr nervige Diskussion, er konnte sich an sein Versprechen
nicht mehr erinnern – jetzt sollten wir das Fahrrad bringen oder für das Abholen bezahlen. Und das, wo es sich um die Behebung von Mängeln bei einem neuen Fahrrad handelt, für die eine Kulanzzusage besteht.
Wir konnten uns nicht einigen, er wollte sich aber die Tage melden…..
Eine E-Mail dazu an die Mitarbeiterin der Fa Hase (die uns den Vorschlag mitunterbreitet hatte) blieb ebenfalls bis heute unbeantwortet.
2 Tage vor unseren geplanten (und mittlerweile schon abgesagten) Fahrradurlaub ließ sich ein Mitarbeiter des Händler kurz blicken- schaute sich das Rad an- befand alles für ok- (auch das was alle anderen Fachleute für ganz und gar nicht ok hielten- und das war es.
Bis heute haben wir weder das versprochene neue Hinterrad noch ist irgend etwas vernünftig inspiziert oder geändert worden.
Bei unserer letzten Fahrt schlug uns bei einer Bremsung wieder einmal der Lenker nach vorne (obwohl wir schon den Lack abgekratzt haben- und die Feststellschraube richtig fest angezogen haben, usw.)- nicht ganz ohne! Wir freuen uns jedes Mal daß nichts Schlimmeres passiert ist….
Mehrere Fachleute haben uns versichert daß es mit dem Hinterrad alles andere als ungefährlich ist zu fahren. Nicht umsonst stellt Hase ja nun auch „von selber“ das Hinterrad um….
Fazit:
Wer sich selbst helfen kann oder einen guten Monteur kennt und den hohen Preis dafür bezahlen möchte, wird mit dem Rad viel Freude haben.
Wer Wert auf im Geschäftsbereich übliche Kundenbetreuung legt, sollte besser die Finger davon lassen.