Verkehr & Mobilität

Mehr Bußgeld für Biker – Teures und Seltsames aus dem Bußgeldkatalog

5. August 2014

0 Kommentare

Bußgeldverordnung

Seit Mai dieses Jahres gilt eine neue Bußgeldverordnung, unter anderem auch für Radfahrer, und einige Verkehrsvergehen werden teurer geahndet als bisher. Das wohl wichtigste: bei Rot über die Ampel. Dafür muss der Radfahrer jetzt 60 Euro in die Staatskasse zahlen und erhält als Gegenwert einen Punkt in der Flensburger Kartei der Verkehrssünder. Vorher waren es 45 Euro, ein Punkt war auch da schon drin. Wer nach mehr als einer Sekunde drüberhuscht, riskiert sogar 100 Euro.

Grundsätzlich, so schreibt der ADFC, der Allgemeine Deutsche Fahrradclub, in seiner kleinen Aufstellung (http://www.adfc.de/bussgeldkatalog), gibt es keinen offiziellen separaten Bußgeldkatalog für Fahrradfahrer. Was im allgemeinen Katalog nicht konkret Radfahrer-spezifisch aufgelistet ist, kostet den Radler meist schlicht die Hälfte von dem, was der Autofahrer zu zahlen hat.

Ausgehen per Tandem oder Taxi?

Mit zweierlei Maß im doppelten Wortsinn wird gemessen, wenn’s um Trunkenheit am Lenker beziehungsweise Steuer geht. Der Radfahrer gilt ab 1,6 Promille im Blut als fahruntauglich, dem Autofahrer wird dieser Zustand schon ab 1,1 Promille bescheinigt. Eine Regelung, die vielleicht daher rührt, dass das Fahrrad immer noch als Taxi-Alternative für den Autofahrer gilt, der mal wieder richtig bechern will. Allerdings ist für Auto- wie Radfahrer ein sattes Monatsgehalt als Strafe fällig, wenn sie „fahruntüchtig“ erwischt werden. Beim Autofahrer ist dann meist vorübergehend der Führerschein weg.

Interessant auch diese Einstufung: Sind die Bremsen nicht betriebsbereit, kostet das 15 Euro. Ist das Fahrzeug nicht vorschriftsmäßig, was immer das genau bedeuten mag, und die Verkehrssicherheit damit wesentlich beeinträchtigt, muss man 80 Euro zahlen. Da staunt der Bußgeld-Laie, denkt er doch, schon nicht betriebsbereite Bremsen am Fahrrad beeinflussen die Verkehrssicherheit wesentlich. Was sich der Gesetzgeber dabei denkt, sollte man gar nicht erst zu ergründen suchen. Und dann noch die klassischen kleinen Vergehen, die mehr zu Buche schlagen, als man denkt: Telefonieren ohne Freisprechvorrichtung am Fahrrad macht 25 Euro. Abbiegen ohne Handzeichen zu geben: 10 Euro. Nebeneinander fahren und dabei andere behindern: 20 Euro.

Diese Beiträge könnten Ihnen auch gefallen

Keine Kommentare

Antworten

*