Tipps & Tricks, Verkehr & Mobilität

Leihfahrräder – eine echte Alternative für den Städtetrip

6. Juli 2017

0 Kommentare

Leihfahrräder
Leihfahrräder

Leihfahrräder in der Reihe.
Credit: Fotolia/Hessbeck

Leihfahrräder sind eine gute Alternative zum eigenen Fahrrad. Denn mit keinem anderen Verkehrsmittel kann man Städte so gut erkunden wie mit dem Fahrrad, aber nicht jeder möchte sein eigenes Fahrrad mit in den City-Urlaub nehmen. Leihräder gibt’s heute glücklicherweise fast an jeder Ecke.

Leihfahrräder sind aus vielen Großstädten nicht mehr wegzudenken

In London sind es um die 10.000 Räder, bei etwa 700 Docking-Stationen. In Paris sind es sogar die doppelte Anzahl an Rädern und 1.800 Verleihstationen, und auch Räder für Kinder bekommt man hier! Leihrad-Flotten sind heute aus Großstädten gar nicht mehr wegzudenken. Dabei beziehen sich diese Zahlen gar nicht auf die Leihräder insgesamt, sondern auf die Räder der wenigen offiziellen, von Partnern der Stadt bereitgestellten Leihsysteme, die meist subventioniert sind. Die Zahl der insgesamt verfügbaren Leihräder ist noch wesentlich höher.

Auch in Deutschland ist Bike Sharing erfolgreich. Das System der Deutschen Bahn, der Pionier Call a Bike, ist schon seit der Jahrtausendwende in Deutschland vertreten. Das Unternehmen Nextbike hat in Berlin Anfang Mai 2017 ein Verleihsystem mit 2.000 Bikes auf die Räder gestellt. Bis 2018 sollen es 5.000 sein. Mittlerweile kämpft der Zugbetreiber zusammen mit dem neuen Partner Lidl um die Vorherrschaft in der Hauptstadt, Call a Bike wird seit einigen Jahren auch anderswo von Mitbewerbern abgelöst. Ob es an der Unpünktlichkeit der Nutzer gelegen hat? Kaum, denn per Bike ist man auf Kurzstrecke fast immer schneller als mit dem Auto, auch wenn „Deutsche Bahn“ auf dem Rad steht.

Apps für Leihfahrräder

Leihfahrräder gibt es via App.
Credit: Fotolia.com/kebox

Wer aus dem Urlaub vor vielen Jahren noch die Erfahrung im Kopf hat, dass geliehene Räder „nix taugen“ und technisch sehr schlichtes Material sind, kann sich nun eines Besseren belehren lassen. Beim Berliner Nextbike-Start kommt sogar ein neuer Radtyp zum Einsatz, dessen Bordcomputer den Nutzer über sein Handy daran erinnert, das Fahrrad zur Station zurückzubringen, falls er es einfach stehen lässt. Die Räder der großen Verleiher sind natürlich standardisiert, hochwertig verarbeitet und werden regelmäßig gewartet. Außerdem gibt es bei vielen Unternehmen Kontrolleure: Angestellte fahren durch die Straßen und testen abgestellte Leihräder auf ihre Betriebstüchtigkeit.

Leihfahrräder bieten einige Vorteile im Urlaub

Wer bei Kurztripps in andere Städte auf sein eigenes Fahrrad verzichten mag, hat mit dem Leihrad einige Vorteile:

  • Er kann sich, je nach Transportmittel, die komplizierte Mitnahme des eigenen Velos sparen.
  • Die Angst vor dem Fahrrad-Diebstahl in der fremden Stadt fällt weg.
  • Ebenso das Problem, wo das Velo nachts unterkommen soll.
  • Wer eine Panne hat, kann das Rad stehen lassen und – so vorhanden – das nächste Leihrad nehmen.

Bei längeren Strecken sollte man Preise vergleichen

Oft sind die großen Leihunternehmen mit festen Stationen, aber auch mit freien Rädern in den Städten vertreten. Das bedeutet, dass man vielerorts als Leihfahrräder zu erkennende Velos an den Straßenecken stehen sieht, die man einfach leihen kann.

Der Fahhradverleih funktioniert technisch meist mit Kredit- oder EC-Karte und oft einem Smartphone. Viele Unternehmen setzen dabei auf eigene Apps. Dort findet man auch gleich die Stationen der einzelnen Verleihe – hier am Beispiel Nextbike – und deren freie Leihräder.

Die Preise sind zivil. Schaut aber auf die Preisstruktur: Wer ein Leihrad für den Weg von A nach B nutzen will, ist mit Nextbike und Konsorten gut bedient. Hier zahlt man im Schnitt höchstens zwei Euro für die erste Stunde – oft ist die Kurzstrecke sogar kostenlos. Geht es allerdings um die ganztägige Radtour, sollte man mit dem kleinen, touristisch orientieren Radvermieter vergleichen. Der kann das oft günstiger. Bei den „Velib“-Rädern in Paris zum Beispiel wird Leihen nach der ersten Stunde richtig teuer. Das ist bewusst so: Die Leihräder sollen nur als Transportmittel für die Kurzstrecke in der Stadt genutzt werden, um dann für den nächsten Kunden bereit zu stehen. Blieben die Bikes auch auf Langstrecke günstig, würden sie möglicherweise zu viel an einen Nutzer gebunden herumstehen. Der Leiher mietet sie dann gleich den ganzen Tag, auch wenn er nur zwei oder drei Kurzstrecken damit fährt.

Wer jetzt immer noch sagt, mir ist das eigene Rad beim City-Trip wichtig, ich will nicht darauf verzichten: Wir können das gut verstehen. Mit dem eigenen Rad den Urlaub zu erleben, ist immer etwas Besonderes. Vor allem dann, wenn es so besondere Räder sind wie unsere

(Beitragsbild: Credit: Fotolia.com/spuno)

 

Diese Beiträge könnten Ihnen auch gefallen

Keine Kommentare

Antworten

*