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Frühjahrs-Check fürs Fahrrad: Sorglos in den Frühling starten

2. März 2017

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Fahrrad Frühjahrscheck

Wenn der Frühling in den Startlöchern steht, ist die beste Zeit für den Fahrrad-Check. Denn wer sorglos drauflos radeln möchte, sollte vorher Bremsen, Fahrradkette, Schaltung und Reifen prüfen. Diese und weitere wichtige Tipps haben wir für euch zusammengestellt.

Aller Wartung Anfang: putzen!

Frühjahrs-Check fürs Fahrrad - die Putzutensilien

Putzutensilien für ein sauberes Fahrrad

Putzen ist der beste Schutz gegen Rost. Die benötigten Utensilien sind:

  • Ein Eimer mit Wasser und Neutralseife oder Spülmittel plus Schwammtuch
  • Fettlöser (vorsichtig verwenden)
  • Kettenöl
  • Mini-Tool oder einzelne Werkzeuge mit den wichtigsten Schraubenarten und -größen am Rad
  • Zwei trockene Lappen fürs Grobe und Feine
  • Die ausgediente Zahnbürste wird an Nabenachsen und -Flanschen, den Speichennippel und sonstigen Zwischenräumen zum Saubermann

Übrigens: Kärchern gilt nicht. Hochdruckreiniger drücken Wasser in die Lager und spülen dabei Schmierstoff heraus. Also loslegen – zunächst mit viel Wasser und Schaum und alles, was nicht ans Rad gehört, abwaschen. Schäden, so vorhanden, liegen oft unter dem Schmutz versteckt.

Frühjahrs-Check fürs Fahrrad: Wie weit lässt sich der Bremshebel ziehen?

Wie weit lässt sich der Bremshebel ziehen?

Bremsen nachjustieren

Wie weit lässt sich der Bremshebel ziehen? Fast bis zum Griff? Dann muss unbedingt nachgestellt werden (s. Bild). Fast alle Bremsen lassen sich einfach per Hand über eine Rändelmutter, oft direkt am Bremsgriff, nachstellen. Bringt das zu wenig – bei V-Brakes kann sich zum Beispiel der Innenzug zu sehr gelängt haben – lieber gleich ab zum Fachmann.

Bei Felgenbremsen: Die Bremsflanken mit Fettlöser abreiben. Bremsklötze von Felgenbremsen in Augenschein nehmen. Ist der Bremsschuh abgetragen, dass nur noch die Abriebspuren der Felgen zu sehen sind, schnellstens ersetzen.

Auch wenn V-Brakes einfache Mechanik darstellen: Die Einstellung ist je nach Modell nicht ohne; lieber gleich beim Händler machen lassen.

Bei Felgenbremsen regelmäßig die Bremsklötze kontrollieren.

Bei Felgenbremsen regelmäßig die Bremsklötze kontrollieren.

Ist (bei Felgenbremsen) die Felgenflanke intakt? Eine fast „durchgebremste“ Felge kann beim Fahren reißen, wodurch Unfälle entstehen können. Felgen für Felgenbremsen haben eine Verschleißanzeige – meist ein durchgehender Ring auf der Bremsflanke. Ist der Ring kaum noch erkennbar – austauschen lassen!

Kontrolliert bei Scheibenbremsen – entsprechend der Vorgabe des Herstellers (notfalls beim Händler nachfragen) – die Abnutzung der Bremsbeläge!

Fahrradkette kontrollieren und ölen

Auch die Kette unterliegt der Abnutzung: Durch den Zug beim Pedalieren längt sie sich. Wer ein E-Bike mit Mittelmotor hat, sollte besonders darauf achten. Folge: Die Passung mit Kettenblatt und Ritzel stimmt nicht mehr, die zu lange Kette verschleißt diese Komponenten zusätzlich.

Kettenlaengung kl

Wieviel Spiel darf die Kette haben?

Ein einfacher Test für die Längung: Zieht die Kette vor dem Kettenblatt nach vorne. Wenn sie mehr als vier Millimeter abgezogen werden kann, sollte sie ausgewechselt werden.

Ritzel sind nicht erst abgenudelt, wenn „Haifischzähne“ sie bevölkern. Wer Zweifel hat, ob es schon so weit ist: Mit seinen Messwerkzeugen kann der Händler das Ritzel in Sekundenschnelle kontrollieren.

Stark verrostete Ketten lassen sich zwar meist mit einer Extraportion Öl wieder gangbar machen, das Schmiermittel erreicht aber die wichtigen Stellen nicht, daher hält eine einmal durchrostete Kette nicht mehr lang – und sorgt außerdem für viel Reibung und größeren Kraftaufwand beim Pedalieren. Rostlöser entfernen auch das Schmiermittel und sind daher keine Lösung für das Problem. Besser: stark korrodierte Ketten gleich ersetzen lassen.

Frühjahrs-Check fürs Fahrrad

Eine gut geölte Kette hält länger und läuft besser.

Kette ölen ist wichtig, und auch wie geölt wird, ist nicht egal. Eine ordentlich geölte Kette hält viel länger und läuft vor allem auch viel widerstandsärmer.

So geht’s: Zunächst grobe Fettpartikel entfernen, indem ihr die Kette durch einen dicken Lappen laufen lasst. Grundsätzlich solltet ihr am Leertrum schmieren, das heißt, am unteren Kettenstrang. Öl, das auf das Zugtrum (oben) kommt, wird beim ersten Losfahren nämlich durch die Fliehkraft einfach wieder weggespritzt. Benutzt spezielles Fahrradöl – es gelangt in die Zwischenräume, läuft aber kaum mehr heraus.

Öl nun einfach auf die Kettenbolzen in der Mitte zu träufeln, bringt leider nichts: Das Öl muss zwischen die Kettenrollen und den -bolzen sowie zwischen Innen- und Außenlaschen. Deshalb am besten in zwei Phasen ölen: einmal rundum auf den linken Laschen, dann auf den rechten (s. Bild). Schließlich noch einmal ohne Druck durch einen weichen Lappen laufen lassen, um überschüssiges Öl abzuziehen – fertig.

Reifen, Laufrad und Radlager prüfen

Reifencheck kl

Achtet auf Risse im Reifen und den richtigen Luftdruck!

Reifenprüfung: Entgegen landläufiger Meinung ist zumindest für den Asphaltbiker die Profiltiefe absolut unwichtig. Wichtiger ist, dass der Reifen nicht porös ist, keine Längsrisse an den Flanken aufweist und die Lauffläche intakt ist. Risse oder von Fremdkörpern verursachte Löcher (s. Bild) machen den Reifen zum Risikofaktor: Hier können Schmutz und Granulat eindringen und schließlich den Schlauch beschädigen.

Reifen aufpumpen – am besten per Standpumpe mit Manometer. Trekking- oder Citybikereifen mit bis zu 1,75 Zoll (circa 47 Millimeter Breite) sollen um die vier Bar Druck haben, schmale Rennradbereifung darf das Doppelte aufweisen, während breitere MTB-Bereifung oder Ballonreifen auch mit etwa zwei Bar auskommen.

Eiert das Laufrad? Test: Felgenbremse leicht anziehen und Rad drehen. Schleift die Felgenflanke am Bremsklotz, sollte der Fachmann das Rad zentrieren, bevor die Acht schlimmer wird. Wer keine Felgenbremsen hat, macht denselben Test, indem er auf Höhe der Felgenflanke einen Schraubendreher oder Ähnliches hält, sodass die Felge gerade noch nicht schleift, und dreht dann das Laufrad.

Radlagerkontrolle: Laufrad seitlich drücken. Wenn ihr ein Wackeln – ein Spiel – bemerkt, ist das ein Fall für den Fachmann. Viele ältere Radlager lassen sich nachstellen; Industrielager müssen ausgetauscht werden.

Jetzt noch einmal ganz genau hinsehen:

  • Beulen und Risse: Sind Beulen oder Risse an Rahmen, Gabel oder Lenker zu sehen? Dann zum Fachmann. Beulen beeinträchtigen nicht immer die Sicherheit, Risse aber definitiv.
Check Hauptlager kl

Hat der Steuerkopf zu viel Spiel? So könnt ihr es testen.

  • Sitzen alle Schrauben fest? Gelockerte Verbindungen nachziehen. (Achtung bei Scheibenbremsen: Diese sind standardmäßig mit Torx-Bolzen befestigt – sie sehen dem Innensechskant (Inbus) nur ähnlich! Entsprechend braucht ihr zur Kontrolle der Schrauben auch einen Torx-Schlüssel entsprechender Größe. Ganz wichtig: keinesfalls Öl auf die Bremsscheiben bringen und die Bremsfläche der Scheiben nicht anfassen!) Ist alles fest, was fest sein soll? Sind Lenker und Vorbau, Sattel, Gepäckträger und gegebenenfalls Lowrider gut verschraubt? Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Griffe: Verdrehen sie sich? Rutschende Griffe sind ein hohes Sicherheitsrisiko! Wer auf Nummer sicher gehen will, greift zu verschraubbaren Griffen.
Check Tretlager kl

So könnt ihr das Tretlager checken.

  • Steuerkopf-Spiel testen: Versucht, bei angezogener Vorderradbremse das Rad zu schieben, und legt dabei die zweite Hand an die obere Lagerschale (s. Bild). Spürt ihr eine leichte Bewegung, muss der Fachmann drauf gucken. Wer keine Vorderradbremse hat (z. B. KETTWIESEL), blockiert die Hinterräder und versucht, die Vorderradgabel gegen diesen Widerstand vor- und zurückzubewegen.
  • Züge und Leitungen: Kontrolliert alle Züge auf Bruchstellen oder Lecks in den Hüllen. Dort können Feuchtigkeit und Schmutz eindringen und Korrosion verursachen. Besonders Bremszüge sollten sofort ausgetauscht werden. Wer sich an die Wartung traut: Zum Schmieren der Züge diese am besten am Bedienhebel beziehungsweise Schaltgriff aushängen und dann einige Tropfen Öl in die Außenhülle laufen lassen. Bei Zügen, die weniger als ein Jahr in Betrieb sind, solltet ihr darauf verzichten – dann dürfte die Schutzschicht zwischen Zug und Hülle noch intakt sein, die für Beweglichkeit sorgt. Besonders heikel: Knicke in elektrischen Leitungen beim E-Bike! Untersucht alle Leitungen auf beschädigte Außenhüllen! Sie sollten ersetzt werden.
  • Schaltung: Bemerkt ihr beim Fahrtest, dass Gänge nicht sauber einrasten, solltet ihr den Fachmann aufsuchen – egal, ob es sich um eine Ketten- oder eine Nabenschaltung handelt.
  • Akku-Kontakte: Sind sie sauber und rostfrei? Mit einem kleinen (!) Tropfen Öl sorgt man dafür, dass es so bleibt.
  • Tretlager-Check: Ihr greift die linke und die rechte Kurbel (nicht das Pedal!) und versucht, seitlich zu ruckeln. Schon bei leichtem Spiel gilt: von der Werkstatt des Vertrauens überprüfen lassen.

Mit diesen Tipps sollte der Frühjahrs-Check fürs Fahrrad gelingen. Flotte Fahrt in einen hoffentlich sonnigen Frühling.

 Teaserfoto (oben): Fotolia/Denis Aglichev

Hier findet ihr weitere Tipps & Tricks aus dem HASE BIKES Blog

 

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